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Wo kommt die Wärme in der Tiefe her? Verschwindet sie bei Nutzung mit der Zeit oder kann sie „aufgebraucht“ werden?

Aktualisiert am 09.03.2023

Geothermie nutzt die in der Erde gespeicherte Wärme. Diese stammt aus dem Erdkern (gespeicherte Wärme aus der Erdentstehung, der Erdkern ist ca. 5.000-7.000 Grad heiß) und aus natürlichen Zerfallsprozessen im Erdmantel. Dadurch ergibt sich ein stetiger Wärmeaustausch mit der Erdkruste mit einem kontinuierlicher Wärmestrom aus dem Erdinneren, der nach menschlichem Ermessen unerschöpflich ist.

Das energetisch genutzte Thermalwasser wird in dasselbe Thermalwasservorkommen, aus dem es entnommen wurde, in einer entsprechenden Distanz zum Entnahmepunkt wieder zurückgeführt. Es wird daher ausschließlich thermisch und nicht mengenmäßig genutzt.

Durch eine nachhaltige Bewirtschaftung des Thermalwasservorkommens kann sichergestellt werden, dass dessen Nutzung auch zukünftigen Generationen in gleichem Ausmaß und in gleicher Qualität möglich ist.

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In welcher Tiefe liegt das Thermalwasser? Welche Temperatur hat es, wenn es aus der Tiefe gefördert wird?

Im Untergrund Wiens gibt es mehrere potenziell wasserführende Gesteinsschichten in unterschiedlichen Tiefenlagen. Das Thermalwasservorkommen des Aderklaaer Konglomerat befindet sich in einer Tiefe von ca. 2.500 bis 4.000 Metern in den sogenannten Sedimenten des Wiener Beckens.

Im Forschungstest im Rahmen des Projekts
GeoTief Wien wurde das Aderklaaer Konglomerat in einer Tiefe von rund 2.700 Metern untersucht. Die Temperatur des Thermalwassers hängt maßgeblich von der Tiefe ab. Im Raum Wien nimmt die Temperatur mit der Tiefe durchschnittlich um etwa 3°C pro 100 Meter zu (bei durchschnittlich +11°C Oberflächentemperatur). Beim Forschungstest in Essling wurden Temperaturen von bis zu 95 Grad Celsius gemessen.

Werden alle Wiener Haushalte von der Fernwärme aus Geothermie profitieren?

Mit der ersten Tiefengeothermie-Anlage in Aspern können Wien Energie und die OMV künftig Fernwärme für umgerechnet bis zu 20.000 Wiener Haushalte erzeugen (inklusive der Wärmepumpen von Wien Energie). Diese Wärme wird über das bestehende Fernwärmenetz verteilt und erhöht somit insgesamt den Anteil erneuerbarer Fernwärme.

Wien Energie und die OMV planen, mit bis zu sieben Tiefengeothermie-Anlagen in Wien künftig klimaneutrale Fernwärme für umgerechnet bis zu 200.000 Wiener Haushalte zu erzeugen. Dieses Ziel wollen die Partner bis im Laufe der 2030er-Jahre erreichen. Die erste Anlage in Aspern liefert Wien Energie und der OMV wesentliche Erkenntnisse für den weiteren Ausbau. 

Wie läuft die wasserrechtliche Bewilligung für das Geothermie-Projekt genau ab?

Nach erfolgter Einreichung und Prüfung der Unterlagen durch die von der Behörde beigezogenen Sachverständigen erfolgt eine öffentliche Auflage des Projektes, die durch Einschaltungen (sog. Edikt) im redaktionellen Teil zweier in Wien weitverbreiteter Tageszeitungen und im „Amtsblatt zur Wiener Zeitung“ verlautbart wird. Daran schließt eine 6-wöchige Frist an, innerhalb welcher Einwendungen eingebracht werden können. Davon abhängig hat die Behörde den weiteren Verfahrensablauf festzulegen.

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