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Welche Auswirkungen hat die Bohrung auf das Ökosystem an der Oberfläche? Könnte der Grundwasserspiegel sinken oder Grundwasser verschmutzt werden?

Aktualisiert am 09.03.2023

Die Bohrung geht zuerst senkrecht in eine Tiefe von rd. 1.000 Meter und erst danach werden die Bohrungen bis zu einer Tiefe von rd. 3.500 Metern Tiefe abgelenkt. Daher ist mit keinen Auswirkungen (wie etwa Erschütterungen, Lärm- und Luftemissionen) an der Oberfläche zu rechnen.

Das Grundwasser und das Thermalwasservorkommen des Aderklaaer Konglomerats kommen nicht miteinander in Berührung. Grundwasser fließt normalerweise in Tiefen zwischen 10 und 40 m. Das Thermalwasser im Aderklaaer Konglomerat ist Millionen von Jahren alt und liegt völlig isoliert in Tiefen um die 3.500 Metern. Es hat keine ökologische Funktion für die gegenwärtige Erdoberfläche.

Während der Bohrung wird die grundwasserführende Schicht nur im Bereich des Bohrplatzes durchbohrt. Das Bohrloch weist mehrere „Barrieren“ auf, welche die Bohrung gegen Grundwasserkörper absperren. Zwischenräume werden abgedichtet. Ein obertägiges Einwirken von Stoffen in den Untergrund wird beispielsweise durch Bodenabdichtungen verhindert.

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Müssen sich Anrainer*innen Sorgen machen, etwa wegen möglichen Erschütterungen oder Risiken für Gebäude an der Oberfläche?

Nein. Die Geothermie ist eine sichere und zuverlässige Energiequelle. Das beweisen Geothermie-Anlagen weltweit, die jahrzehntelang ihre Versorgungsgebiete mit grüner Wärme beliefern. Auch in Österreich gibt es solche Geothermie-Anlagen bereits, etwa in Oberösterreich oder in der Steiermark.

Mit unserer umfassenden Geothermie-Forschung im Projekt
GeoTief Wien haben wir schon im Vorfeld dieses Projekts genau dafür gesorgt, dass wir mögliche Risiken erkennen und ausschließen. Hinzu kommt eine laufende Überwachung (seismisches Monitoring) während der Errichtung und des Betriebs der Anlage. Dadurch wird sichergestellt, dass es zu keinen Erschütterungen über definierten Schwellwerten kommt.

Wo genau wird gebohrt? Wo ist die Geothermieanlage an der Oberfläche geplant? Wird es zu Lärmbelästigungen oder Abgasentwicklung kommen?

Die Bohrungen finden im Industriegebiet im süd-östlichen Bereich der Seestadt Aspern statt. Dort ist auch die Tiefengeothermie-Anlage geplant. Die wesentlichen Teile der Anlage werden sich allerdings im Untergrund befinden. An der Erdoberfläche wird lediglich ein vergleichsweise kleines Anlagengebäude stehen, welches gut in das Siedlungsbild integriert werden kann.

Im laufenden Betrieb sind keine Lärm- oder Luftemissionen zu erwarten, da zu (Wohn-)Gebäuden große Sicherheitsabstände eingehalten werden. Während der Bohrarbeiten kann es zu geringfügigen Lärm- und Luftemissionen kommen. Diese werden durch Schutzmaßnahmen, wie etwa das Aufstellen von Lärmschutzwenden, bestmöglich reduziert. Zudem fahren Baufahrzeuge wie bei jeder Baustelle.

Werden alle Wiener Haushalte von der Fernwärme aus Geothermie profitieren?

Mit der ersten Tiefengeothermie-Anlage in Aspern können Wien Energie und die OMV künftig Fernwärme für umgerechnet bis zu 20.000 Wiener Haushalte erzeugen (inklusive der Wärmepumpen von Wien Energie). Diese Wärme wird über das bestehende Fernwärmenetz verteilt und erhöht somit insgesamt den Anteil erneuerbarer Fernwärme.

Wien Energie und die OMV planen, mit bis zu sieben Tiefengeothermie-Anlagen in Wien künftig klimaneutrale Fernwärme für umgerechnet bis zu 200.000 Wiener Haushalte zu erzeugen. Dieses Ziel wollen die Partner bis im Laufe der 2030er-Jahre erreichen. Die erste Anlage in Aspern liefert Wien Energie und der OMV wesentliche Erkenntnisse für den weiteren Ausbau. 

Welche Auswirkungen hat die Bohrung auf das Ökosystem an der Oberfläche? Könnte der Grundwasserspiegel sinken oder Grundwasser verschmutzt werden? - Wien Energie