Wasserverbrauch pro Person und Haushalt: Durchschnitt und Spartipps
Wasser ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Ob beim Duschen, Zähneputzen, Kochen oder Wäschewaschen: Erst die Betriebskostenabrechnung oder ein tropfender Wasserhahn machen den tatsächlichen Verbrauch sichtbar. Dabei lässt sich mit wenigen Änderungen im Alltag oft viel Wasser sparen, ohne auf Komfort zu verzichten. Unsere Tipps zum Wassersparen.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Person verbraucht in Österreich durchschnittlich rund 130 Liter Wasser pro Tag.
- Die größten Verbraucher sind Duschen und Baden sowie die WC-Spülung.
- Bereits kleine Maßnahmen wie kürzeres Duschen oder die Nutzung eines Sparduschkopfs können den Wasserverbrauch deutlich senken.
- Moderne Geschirrspüler und Waschmaschinen arbeiten besonders effizient, wenn sie voll beladen und mit Eco-Programmen genutzt werden.
- Wer Warmwasser spart, spart gleichzeitig Energie und senkt oft die Haushaltskosten.
- Undichte Wasserhähne oder WC-Spülungen können unbemerkt große Mengen Wasser verschwenden.
Wie hoch ist der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Person?
In Österreich liegt der durchschnittliche Wasserverbrauch bei rund 130 Litern pro Person und Tag. Grundsätzlich steigt der Wasserverbrauch mit der Anzahl der Personen im Haushalt. Wie stark er steigt, hängt jedoch vom individuellen Nutzungsverhalten ab. Als Richtwert gilt: Ein Zwei-Personen-Haushalt verbraucht durchschnittlich rund 254 Liter Wasser pro Tag, davon etwa 90 Liter Warmwasser. Gerade beim Warmwasser liegt deshalb ein großes Einsparpotenzial, denn jeder eingesparte Liter reduziert gleichzeitig den Energieverbrauch.
Wie hoch der Verbrauch eines Haushalts tatsächlich ausfällt, hängt von vielen Faktoren ab. Neben der Anzahl der Personen spielen beispielsweise die Wohnsituation, die Nutzung von Garten oder Pool sowie die persönlichen Gewohnheiten eine wichtige Rolle. Faktoren wie häufiges Duschen oder Baden, die Bewässerung des Gartens oder ältere Haushaltsgeräte können den Verbrauch zusätzlich erhöhen.
Der individuelle Wasserverbrauch kann daher stark variieren. So verbrauchen Personen in Mehrparteienhäusern oft weniger Wasser als Bewohnerinnen und Bewohner von Einfamilienhäusern mit Garten.
Wofür wird das Wasser verbraucht?
Wer seinen Wasserverbrauch senken möchte, sollte zunächst wissen, wo das Wasser überhaupt eingesetzt wird. Mehr als 60 Prozent des täglichen Wasserverbrauchs entfallen auf Duschen, Baden und die WC-Spülung. Genau hier liegt deshalb auch das größte Einsparpotenzial. Die größten Verbraucher im Haushalt sind:
| Verwendung | Verbrauch in Litern | Anteil am Gesamtverbrauch |
|---|---|---|
| Duschen und Baden | 44 Liter | 33,8 % |
| WC-Spülung | 40 Liter | 30,8 % |
| Wäschewaschen | 15 Liter | 11,5 % |
| Körperpflege | 9 Liter | 6,9 % |
| Wohnungsreinigung | 8 Liter | 6,2 % |
| Geschirrspülen | 6 Liter | 4,6 % |
| Gartenbewässerung | 5 Liter | 3,8 % |
| Kochen und Trinken | 3 Liter | 2,3 % |
| Gesamt | 130 Liter | 100,0 %* |
Der typische „Ach, stimmt!“-Moment stellt sich oft beim Zähneputzen ein. Wenn das Wasser drei Minuten lang ununterbrochen läuft, können dabei bereits mehrere Dutzend Liter durch den Abfluss verschwinden.
Was den Wasserverbrauch beeinflusst
Der Wasserverbrauch wird von mehreren Faktoren bestimmt:
Anzahl der Personen
Je mehr Menschen in einem Haushalt leben, desto höher fällt der Gesamtverbrauch aus.
Nutzungsverhalten
Kurzes Duschen statt langem Duschvergnügen, sparsames Zähneputzen oder der Verzicht auf tägliches Baden wirken sich direkt auf den Verbrauch aus.
Armaturen und Geräte
Moderne Waschmaschinen, Geschirrspüler, Durchflussbegrenzer oder Sparduschköpfe benötigen deutlich weniger Wasser als ältere Geräte.
Warmwasserbereitung
Wer Warmwasser über einen Durchlauferhitzer oder elektrische Systeme erzeugt, sollte besonders auf den Verbrauch achten. Jede eingesparte Minute unter der Dusche spart gleichzeitig Energie.
Wasserverbrauch senken: Tipps für jeden Bereich

Wassersparen bedeutet nicht Verzicht. Oft sind es kleine Gewohnheiten, die auf das Jahr gerechnet einen großen Unterschied machen.
Im Bad
Im Badezimmer wird ein großer Teil des Wassers verbraucht.
Tipps:
- Duschen statt Baden.
- Einen Sparduschkopf verwenden.
- Während des Einseifens das Wasser abdrehen.
- Beim Zähneputzen den Wasserhahn nicht laufen lassen.
- Durchflussbegrenzer an Armaturen einsetzen.
Gerade beim Duschen lohnt es sich, auf die Dauer zu achten. Schon wenige Minuten weniger pro Tag machen sich bemerkbar.
In der Küche
Viele Menschen unterschätzen, wie viel Wasser und Energie in der Küche verbraucht wird. Moderne Geschirrspüler benötigen oftmals weniger Wasser als das Spülen von Hand. Sie arbeiten besonders effizient, wenn sie vollständig beladen werden. Kurz- oder Schnellprogramme sparen zwar Zeit, verbrauchen aber häufig mehr Wasser und Energie als Eco-Programme. Weitere Tipps:
- Eco-Programme nutzen.
- Auf Vorspülen verzichten.
- Geschirrspüler nur voll beladen starten (Energiespartipps Geschirrspüler)
- Obst und Gemüse in einer Schüssel statt unter fließendem Wasser waschen.
Beim Spülen von Hand lässt sich Wasser sparen, wenn das Geschirr gesammelt abgewaschen wird und der Wasserhahn nicht durchgehend läuft.
Beim Wäschewaschen
Moderne Waschmaschinen arbeiten sehr sparsam. Weitere Tipps:
- Waschmaschine möglichst voll beladen.
- Eco-Programme verwenden.
- Auf Vorwäsche verzichten.
- Häufig reichen 30 °C völlig aus.
- Warmwasseranschluss
Beim WC
Die WC-Spülung zählt zu den größten Wasserverbrauchern im Haushalt.
Beim WC zählt die Spülung zu den größten Wasserverbrauchern im Haushalt.Ältere Spülkästen können bis zu 14 Liter Wasser pro Spülung verbrauchen. Moderne WC-Spülkästen benötigen hingegen meist nur sechs bis acht Liter. Eine Stopp-Funktion hilft zusätzlich dabei, nur so viel Wasser zu verwenden, wie tatsächlich notwendig ist.
- Zusätzlich sinnvoll: Spartaste verwenden.
- Undichte Spülkästen reparieren lassen.
- Laufende Toiletten zeitnah überprüfen.
Rund ums Haus
Wasser lässt sich oft mehrfach nutzen. So kann beispielsweise das Wasser, das zum Waschen von Obst und Gemüse verwendet wurde, anschließend noch zum Gießen von Zimmerpflanzen genutzt werden. Auch außerhalb der Wohnung gibt es Einsparpotenzial.
Besonders sinnvoll ist:
- Regenwasser für Pflanzen nutzen.
- Garten nur bei Bedarf bewässern.
- In den kühleren Morgen- oder Abendstunden gießen.
- Autos möglichst in modernen Waschstraßen reinigen lassen, die das Wasser mehrfach aufbereiten.
Undichte Stellen erkennen
Ein tropfender Wasserhahn wirkt harmlos, kann aber große Mengen Wasser verschwenden. Laut der Stadt Wien gehen durch einen leicht tropfenden Wasserhahn rund 36 Liter Wasser pro Tag verloren. Eine leicht rinnende WC-Spülung kann sogar etwa 700 Liter innerhalb von 24 Stunden verschwenden. Undichte Stellen sollten daher möglichst rasch repariert werden.
Warnsignale sind:
- ständig tropfende Armaturen
- laufende WC-Spülungen
- feuchte Stellen an Leitungen
- ungewöhnlich hoher Verbrauch ohne erkennbare Ursache
Wer seinen Zählerstand regelmäßig kontrolliert, erkennt Auffälligkeiten oft frühzeitig.
Wasser sparen spart Energie

Wasser und Energie sind enger miteinander verbunden, als viele vermuten. Vor allem Warmwasser muss zunächst erhitzt werden. Jede Minute, die man kürzer duscht, jeder Liter Warmwasser, der eingespart wird, und jede effiziente Geräteeinstellung reduzieren daher gleich doppelt den Verbrauch: Es wird weniger Wasser und gleichzeitig weniger Energie benötigt.
Warum Warmwasser der größte Hebel ist
Der Energieaufwand bei kaltem Wasser ist sehr niedrig. Anders sieht es bei Warmwasser aus: Bevor es aus der Dusche, dem Wasserhahn oder der Waschmaschine kommt, muss es erst erwärmt werden. Genau deshalb können schon kleine Änderungen im Alltag spürbare Auswirkungen auf den Energieverbrauch haben.
Wer weniger Warmwasser nutzt, schont nicht nur eine wertvolle Ressource, sondern senkt oft auch die Energiekosten im Haushalt.
Beim Duschen steckt viel Sparpotenzial
Im Badezimmer wird ein großer Teil des Warmwassers verbraucht. Eine lange Dusche fühlt sich zwar angenehm an, zählt aber gleichzeitig zu den größeren Energieverbrauchern im Haushalt.
Schon wenige Minuten weniger Duschzeit pro Tag können über das Jahr hinweg einen Unterschied machen. Zusätzliche Einsparungen ermöglichen Sparduschköpfe oder Durchflussbegrenzer. Sie reduzieren die Wassermenge, ohne dass der Komfort wesentlich darunter leidet.
Ein einfacher „Ah stimmt eigentlich“-Moment im Alltag: Oft läuft das Wasser schon, während noch Shampoo oder Duschgel verwendet wird. Wer in dieser Zeit den Wasserstrahl kurz abstellt, spart Wasser und Energie, ohne dass es Aufwand bedeutet.
Effiziente Geräte helfen doppelt
Auch Waschmaschinen und Geschirrspüler beeinflussen den Energieverbrauch stärker, als viele vermuten. Moderne Geräte arbeiten besonders effizient, wenn sie vollständig beladen sind und mit einem Eco-Programm betrieben werden.
Beim Geschirrspüler lohnt es sich außerdem, auf das Vorspülen zu verzichten. In der Regel kommen moderne Geräte auch mit angetrockneten Speiseresten gut zurecht. Dadurch wird unnötiger Wasser- und Energieverbrauch vermieden.
Niedrige Waschtemperaturen sparen Strom
Viele Kleidungsstücke werden auch ohne hohe Temperaturen sauber. Moderne Waschmittel erzielen bereits bei 30 °C sehr gute Reinigungsergebnisse.
Da der größte Teil der Energie einer Waschmaschine für das Erwärmen des Wassers benötigt wird, kann eine niedrigere Waschtemperatur den Stromverbrauch deutlich reduzieren. Gleichzeitig werden Textilien oft geschont und halten länger.
Wasser- und Energiesparen gehen Hand in Hand
Ob beim Duschen, Wäschewaschen oder Geschirrspülen: Die größten Einsparungen entstehen häufig durch viele kleine Entscheidungen im Alltag. Eine kürzere Duschzeit, die Nutzung von Eco-Programmen oder ein Sparduschkopf wirken auf den ersten Blick unscheinbar. Über das Jahr hinweg können diese Maßnahmen jedoch dazu beitragen, sowohl den Wasserverbrauch als auch die Energiekosten zu senken.
Wer Wasser spart, spart deshalb in vielen Fällen automatisch auch Energie. Genau das macht einen bewussten Umgang mit Wasser zu einem wichtigen Beitrag für den eigenen Haushalt und die Umwelt.
Fazit
Wer seinen Wasserverbrauch senken möchte, muss seinen Alltag nicht komplett umkrempeln. Oft reichen bereits wenige Anpassungen: kürzer duschen, den Geschirrspüler voll beladen, Eco-Programme nutzen oder einen tropfenden Wasserhahn reparieren.
Besonders beim Warmwasser lohnt sich ein genauer Blick. Denn jeder eingesparte Liter schont die Wasserressourcen und spart gleichzeitig Energie. So profitieren Umwelt und Haushaltsbudget gleichermaßen.


