Wie funktioniert Photovoltaik? – PV-Anlagen einfach erklärt

Photovoltaik ist ein Schlüssel zur Nutzung erneuerbarer Energien und unterstützt den Kampf gegen den Klimawandel. In diesem Beitrag wird das Prinzip Photovoltaik erklärt.
Aktualisiert am: 22.03.2024

Die Welt steht vor einem Wendepunkt. Immer mehr Menschen erkennen die Notwendigkeit, nachhaltige und umweltfreundliche Energien zu nutzen. Photovoltaikanlagen spielen dabei eine zentrale Rolle.
Sie ermöglichen es uns, die Kraft der Sonne zu nutzen, um sauberen, erneuerbaren Strom zu erzeugen. Aber wie funktioniert diese Technologie eigentlich?

Was ist Photovoltaik & wie funktionieren Photovoltaikanlagen?

Photovoltaikanlage auf dem Dach der Berufsschule Apollogasse.

Photovoltaik ist die Technologie, die Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom umwandelt. Das geschieht mittels Solarzellen, die bei Belichtung elektrische Spannung erzeugen. Dieses Phänomen ist als der photoelektrische Effekt bekannt.

Eine PV-Anlage besteht aus vielen Solarzellen, die in Solarmodulen oder Paneelen zusammengefasst sind. Diese Anlagen können auf Dächern, in Solarparks oder als Teil von Solargeräten installiert werden.

Schon gewusst? "Photovoltaik" setzt sich aus dem griechischen "Photo-", was Licht bedeutet, und "Voltaik", bezogen auf die elektrische Spannung, zusammen. Es beschreibt also die direkte Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie.

Unterschiede zu Solarthermie

Photovoltaik und Solarthermie werden oft verwechselt. Während Photovoltaik Strom erzeugt, nutzt Solarthermie die Sonnenenergie zur Wärmegewinnung für Heizung und Warmwasser. Näher erklären wir das in unserem Beitrag Solarthermie vs. Photovoltaik – was ist der Unterschied?.

Aufbau einer PV-Anlage:

Eine PV-Anlage besteht aus mehreren Schlüsselkomponenten:

  • Solarzellen: Das Herzstück jeder PV-Anlage. Sie fangen das Sonnenlicht ein und wandeln es in Gleichstrom um.
  • Solarkabel: Leitet den Gleichstrom an den Wechselrichter weiter.
  • Wechselrichter: Wandelt den Gleichstrom aus den Solarzellen in Wechselstrom um. Der Wechselstrom kann dann in Haushalten verwendet oder ins Netz eingespeist werden.
  • Ertragszähler: Misst die Menge an Strom, die produziert wird.
  • Speichersysteme: Batterien, die überschüssige Energie speichern, damit sie auch dann genutzt werden kann, wenn die Sonne nicht scheint.

Funktionsweise von Solarzellen:

Detailaufnahme-Photovoltaik-Anlage

Solarzellen bestehen aus Schichten von Halbleitermaterialien, die Photonen (Lichtteilchen) absorbieren. Diese Interaktion löst Elektronen aus ihren Atomen und erzeugt so einen Fluss von Elektrizität.

Neben den herkömmlichen Solarzellen gibt es auch organische Solarzellen. Bei dieser neuen Entwicklung werden organische Materialien genutzt. Sie sind flexibler und künftig potenziell kostengünstiger in der Herstellung. Momentan weisen sie allerdings noch eine geringere Effizienz auf.

Funktioniert Photovoltaik auch ohne Sonne?

Ja, aber mit Einschränkungen. Photovoltaikanlagen benötigen Licht, nicht unbedingt direktes Sonnenlicht. Das bedeutet, sie können auch an bewölkten Tagen Strom erzeugen, allerdings in geringerem Maße. Speichersysteme können hier Abhilfe schaffen, indem sie überschüssige Energie für solche Zeiten speichern.

Wie funktioniert der Anschluss von Photovoltaikanlagen an das Stromnetz?

Photovoltaikanlagen können auf zwei Arten genutzt werden:

  • Eigenverbrauch: Der erzeugte Strom wird direkt im eigenen Haushalt genutzt, was die Stromrechnung senken kann.
  • Netzeinspeisung: Überschüssig produzierter Strom wird ins öffentliche Netz eingespeist und kann von anderen genutzt werden. Oft gibt es dafür eine Vergütung.

Beide Methoden tragen zur Versorgung mit nachhaltiger Energie und dadurch zum Umweltschutz bei.

FAQs

  1. Wie viel Strom kann eine Photovoltaikanlage erzeugen?

    Die Stromerzeugung hängt von der Größe der Anlage, dem Standort, der Ausrichtung der Module und der Sonneneinstrahlung ab. Eine typische 5-kWp-Anlage erzeugt in Österreich durchschnittlich etwa 4.500 kWh pro Jahr. Das entspricht ungefähr dem Jahresstromverbrauch eines durchschnittlichen Haushalts.

  2. Wie lange hält eine Photovoltaikanlage?

    Photovoltaikanlagen haben eine Lebensdauer von etwa 25 bis 30 Jahren. Die Leistung nimmt mit der Zeit nur langsam ab, meist etwa 0,5 % pro Jahr.

  3. Was kostet eine Photovoltaikanlage?

    Die Kosten variieren je nach Größe und Ausstattung. Eine 5-kWp-Anlage kostet inklusive Installation ca. 7.000 Euro, größere Anlagen entsprechend mehr. Ein zusätzlicher Stromspeicher kostet etwa 800 Euro pro Kilowattstunde Kapazität. Förderungen können die Kosten reduzieren.

  4. Kann ich mit Photovoltaik vollständig autark werden?

    Eine vollständige Autarkie ist theoretisch möglich, aber in der Praxis oft schwierig und teuer, da man große Speichersysteme benötigt, um auch nachts und bei schlechtem Wetter ausreichend Strom zu haben. Mit einem Speicher lässt sich der Autarkiegrad aber auf bis zu 70 % steigern.

  5. Lohnt sich eine Photovoltaikanlage auch in Österreich?

    Ja! Dank hoher Sonneneinstrahlung und Förderungen amortisiert sich eine PV-Anlage meist nach 9 bis 12 Jahren.

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