Brauchen Solaranlagen wirklich so viel Wartung?

Photovoltaikanlagen gelten als eine der nachhaltigsten und effizientesten Möglichkeiten, saubere Energie zu erzeugen. Viele Menschen schrecken vor der Investition in eine PV-Anlage zurück, weil sie regelmäßige und teure Wartungsarbeiten erwarten. Wir gehen dem auf den Grund. 
Aktualisiert am: 06.05.2025
Zwei Personen untersuchen Solarmodule mit Handgeräten unter einem klaren blauen Himmel.

Das Wichtigste in Kürze

  • Photovoltaikanlagen sind grundsätzlich wartungsarm, aber nicht wartungsfrei.
  • Regelmäßige Überprüfungen erhöhen die Lebensdauer und sichern die Effizienz.
  • Für Privathaushalte ist keine Wartung gesetzlich vorgeschrieben, wird aber alle 3–5 Jahre empfohlen.
  • Gewerbliche Anlagen unterliegen Wartungspflichten laut ÖVE E 8101.
  • Moderne Technik wie Monitoring-Systeme und Drohneninspektionen erleichtert die Wartung erheblich.
  • Wartungskosten liegen meist zwischen 100 und 300 Euro jährlich bei Einfamilienhäusern.

Mythos entlarvt: Wartung von PV-Anlagen einfach erklärt

Eine Photovoltaikanlage besteht aus verschiedenen Komponenten, unter anderem den Solarmodulen, dem Wechselrichter, der Verkabelung und dem Montagesystem. Diese Komponenten sind in der Regel sehr langlebig und wartungsarm.

Moderne PV-Anlagen sind so ausgelegt, dass sie unter verschiedenen Witterungsbedingungen über viele Jahre zuverlässig Strom liefern. Solarmodule haben oft eine Lebensdauer von 25 Jahren und mehr, Wechselrichter in der Regel zwischen 10 und 15 Jahren.

Warum muss eine PV-Anlage überhaupt gewartet werden?

Trotz ihrer Langlebigkeit sollten PV-Anlagen regelmäßig überprüft werden. Insbesondere weil sie extremen Temperaturen von -25 °C im Winter bis über 70 °C im Sommer ausgesetzt sind.

Wer seine Photovoltaikanlage warten lässt, reduziert Ertragsausfälle. Leistung und Effizienz der Anlage bleiben auf hohem Niveau. Schäden können rechtzeitig erkannt werden. Dadurch verlängert sich die Lebensdauer der Anlage.

Wartung von PV-Anlagen – Vorschriften in Österreich

Für Privatpersonen gibt es in Österreich keine gesetzliche Pflicht zur regelmäßigen Wartung der Photovoltaik-Anlage. Auch wenn im privaten Bereich die regelmäßige Wartung nicht vorgeschrieben ist, ist eine Wartung alle drei bis fünf Jahre empfehlenswert. Eine Wartung stellt sicher, dass die Anlage keine Schäden aufweist und weiterhin gut funktioniert. Eine jährliche Sichtüberprüfung sollte unabhängig von der Wartung erfolgen.

  1. Versicherungsschutz für Photovoltaikanlagen

    Photovoltaikanlagen sind häufig nicht automatisch in der Haushalts- bzw. Gebäudeversicherung beinhaltet. Bei der Installation der Anlage sollte daher die Anlage entweder in die bestehende Versicherung integriert oder eine eigene Versicherung für die Photovoltaikanlage abgeschlossen werden.

    Allerdings ist die Wartung in vielen Versicherungspolizzen für den Erhalt des Versicherungsschutzes vorgeschrieben. Da die Vorgaben je nach Versicherung variieren können, ist es ratsam, sich die Polizze genau anzusehen.

Gewerbliche Nutzung

Für gewerblich genutzte Anlagen ist eine regelmäßige Wartung allerdings Pflicht! Laut lt. ÖVE E 8101 ist eine wiederkehrende elektrotechnische Überprüfung im Abstand von 5 Jahren erforderlich. Ein dreijähriges Wartungsintervall kann ebenfalls notwendig sein, wenn Feuchtigkeit, Nässe oder extreme Temperaturen von -20 bis 40 °C auftreten. Abweichend kann auch ein geringeres Wartungsintervall gemäß Elektroschutzverordnung im Zuge der Bewilligung einer Photovoltaikanlage vorgeschrieben werden.

Was beinhaltet der Wartungsvertrag?

Der Wartungsvertrag stellt eine umfassendere technische Prüfung sicher. Der Umfang hängt vom Anbieter ab und kann folgende Leistungen umfassen:

  • Wartung und Inspektion
  • Reinigung von Modulen und Anlagen
  • Inspektion von Wechselrichter und Batteriespeicher
  • Überwachung der Anlage und Störungsbeseitigung

Am besten vergleicht man verschiedene Angebote und entscheidet sich dann für den passenden Leistungsumfang.

Was wird bei einer PV-Anlage überprüft?

Eine regelmäßige Wartung sichert die Betriebsbereitschaft und Effizienz der Anlage. Hier die wichtigsten Punkte, die dabei überprüft werden:

  1. Solarmodule

    Glas und Rahmen werden auf Beschädigungen und Verschmutzungen geprüft. Stark verschmutzte Module erzeugen weniger Strom, daher kann auch eine professionelle Reinigung der Solarmodule notwendig sein.

    Überprüfung der Module auf Dichtigkeit, Unversehrtheit und Verspannungen. Verspannungen können zu Rissen und Brüchen im Glas führen.

    Die Verkabelung und die Steckverbinder werden ebenfalls überprüft.

  2. Überprüfung des Befestigungssystems

    Alle Schraub- und Klemmverbindungen bzw. Befestigungen werden überprüft. 

    Es wird geprüft, ob die Teile durch starken Wind oder Witterungseinflüsse beschädigt wurden. Lockern sich Verbindungen durch starken Wind, ist die Sicherheit der gesamten Anlage gefährdet. 

  3. Batteriespeicher

    Batteriespeicher gelten als besonders wartungsarm, werden aber mit überprüft.

  4. Kontrolle der Verkabelung und Anschlüsse

    Da die Kabel teilweise der Witterung ausgesetzt sind, ist eine regelmäßige Kontrolle notwendig. So können Kabel, deren Isolation bereits desolat ist, oder Kabelbrüche frühzeitig erkannt werden.

    Defekte Kabel können zu Kabelbränden führen!

  5. Kontrolle des Wechselrichters

    Die Steckverbindungen zu den Solarkabeln werden überprüft. Gegebenenfalls wird ein Software-Update durchgeführt.

    Im Rahmen der Wartung werden die Ertragsdaten mit den Solldaten verglichen. Außerdem wird der Wechselrichter auf eventuelle Fehlermeldungen überprüft.

    Durch die regelmäßige Wartung bleibt die Leistungsfähigkeit des Wechselrichters erhalten.

  6. Kontrolle des Zählers

    Der Netzbetreiber ist für die Wartung des Stromzählers verantwortlich. Wurde aber ein zusätzlicher Zähler installiert, der nicht dem Netzbetreiber gehört, ist der*die Eigentümer*in für die Wartung verantwortlich.

    Unabhängig von der Wartung wird empfohlen, die Zählerstände monatlich zu notieren.

  7. Blitzschutzprüfung

    Zähler- und Verteilerkasten sowie Überspannungsableiter werden überprüft.

    Darüber hinaus können Wartungsverträge einen Notdienst beinhalten, der bei technischen Störungen schnelle Hilfe bietet.

Automatisierung und Technik

Dank moderner Technik ist die Wartung von Photovoltaik-Anlagen in den letzten Jahren deutlich einfacher geworden. Monitoring-Systeme ermöglichen eine kontinuierliche Fernüberwachung der Anlagenleistung und melden Abweichungen sofort. So können Probleme frühzeitig erkannt und gezielt behoben werden, ohne dass ein*e Techniker*in vor Ort sein muss.

Innovationen wie die Drohneninspektion machen es möglich, PV-Anlagen auch bei ungünstigen Witterungsbedingungen zu inspizieren. Die Drohnen liefern hochauflösende Bilder und Videos, die eine genaue Analyse des Zustands der Module ermöglichen.

Was kostet die Wartung einer PV-Anlage?

Die Wartungskosten hängen von der Größe der Anlage, dem Standort und der Zugänglichkeit ab. Bei Einfamilienhäusern liegen die Kosten oft bei etwa 1-2 Prozent der Anschaffungskosten, meist zwischen 100 und 300 Euro pro Jahr. Wartungsverträge sind oft günstiger als Einzelaufträge. Es lohnt sich, mehrere Angebote einzuholen und zu vergleichen.

Fazit

Photovoltaikanlagen sind keine Wartungsmonster – im Gegenteil: Sie sind langlebig, robust und mit moderner Technik leicht zu überwachen. Wer regelmäßig prüft, sichert sich langfristig hohe Erträge, verlängert die Lebensdauer der Anlage und bleibt im Schadensfall auf der sicheren Seite. Eine Investition in Wartung ist also eine Investition in die Zukunft – und in die eigene Energieunabhängigkeit. Tipp: Interesse an einer Photovoltaikanlage? Jetzt unsere Photovoltaik-Produkte entdecken.

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