Tiefengeothermie-Anlage Aspern: Fördertests übertreffen Erwartungen deutlich

26.06.2026

OMV und Wien Energie schließen Tiefengeothermie-Testphase äußerst erfolgreich ab – Anlage soll bis zu 25.000 Haushalte klimaneutral mit Fernwärme versorgen

Wien (OTS) - Wärme aus Wien für Wien, klimaneutral ganzjährig verfügbar - genau dieses Zukunftsversprechen der Tiefengeothermie rückt für Wien in greifbare Nähe. Denn Wien Energie und OMV sind ihrem Ziel in Aspern einen entscheidenden Meilenstein nähergekommen: Ab Herbst 2025 wurde dort erstmals Formationswasser aus rund 3.000 Metern Tiefe an die Oberfläche gefördert und im Zuge eines „Looptests“ auch wieder in den tiefen Untergrund zurückgeleitet. Die Ergebnisse dieses Tests übertreffen die bisherigen Erwartungen deutlich. Die Anlage könnte bis zu 25.000 durchschnittliche Wiener Haushalte klimaneutral mit Fernwärme versorgen – unglaubliche 5.000 Haushalte mehr als ursprünglich geplant.

„Die Resultate des Tests sind ein großer Erfolg und ein wichtiger Schritt für Wien. Unsere Hoffnungen haben sich mehr als erfüllt und die Prognosen der Leistungskapazität der Tiefengeothermie in Aspern weit übertroffen. Die Tests liefern ein sensationelles Ergebnis“, sagt Ulli Sima, Stadträtin für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke. „Hier in Aspern werden wir regionale, erneuerbare Wärme in Wien für Wien gewinnen. So werden wir Schritt für Schritt unabhängig von importierten fossilen Energieträgern. Für die Wienerinnen und Wiener bedeutet das langfristig mehr Versorgungssicherheit und stabilere Preise.“

Tiefengeothermie hat in Wien enormes Potenzial

Erwartet hatten OMV und Wien Energie Formationswasser mit etwa 100 Grad Celsius zu fördern. Im Zuge der Testungen wurden Temperaturen von 104 Grad Celsius gemessen. Auch die verfügbare Durchflussmenge gibt Anlass zu großem Optimismus. Die prognostizierte thermische Leistung von 20 Megawatt könnte mit diesen hervorragenden Parametern deutlich übertroffen werden. Mit 25 Megawatt Leistung könnte Wiens erste Tiefengeothermie-Anlage ab 2028 25.000 Wiener Haushalte mit Heizung und Warmwasser versorgen. Die neu gewonnenen Zahlen gehen weit über ohnehin schon sehr ambitionierte Prognosen hinaus und bestätigen OMV und Wien Energie im intensiven Bemühen zur Wärmegewinnung durch Tiefengeothermie.

„Die Ergebnisse der Tests haben unsere Erwartungen deutlich übertroffen und zeigen damit eindrucksvoll, welchen Beitrag umfassende Expertise und langjähriges Know-how zur erfolgreichen Umsetzung zukunftsweisender Projekte leisten“, sagt Berislav Gašo, Executive Vice President Energy und Mitglied des Vorstands von OMV. „Diese Potenziale nutzbar zu machen, unterstreicht einmal mehr unseren Anspruch, innovative und verlässliche Lösungen für eine klimaneutrale Energiezukunft zu liefern.“

Testung geschlossener Kreislauf

Bei einem ersten Test im Herbst 2025 wurden mehr als 3.000 Kubikmeter Formationswasser aus der Tiefe an die Oberfläche gefördert. In einem weiteren Schritt wurde im Rahmen des Looptests der Betrieb im geschlossenen Kreislauf erstmals erfolgreich getestet. Dabei wurde das Wasser durch die sogenannte Produktionsbohrung gefördert und durch Injektionsbohrungen wieder in die betreffende Gesteinsschicht, das Aderklaaer Konglomerat, zurückgeführt.

Der Looptest zeigt eindrucksvoll, wie ergiebig und stabil das Heißwasservorkommen für eine langfristige Nutzung ist. Außerdem wurde dabei die chemische Zusammensetzung des Formationswassers untersucht. Die genauen mineralischen Bestandteile zu kennen ist wichtig für den Bau und reibungslosen Betrieb der Obertageanlage.

„Diese erste Anlage wird die Blaupause für die Nutzung von Tiefengeothermie in Wien. Bis 2040 werden wir etwa ein Viertel der Wiener Fernwärme mit Tiefengeothermie erzeugen“, sagt Wien Energie-Geschäftsführer Sascha Zabransky. „Wien Energie investiert bis 2030 insgesamt 3,2 Milliarden Euro in die Energiewende. Davon geht etwa eine Milliarde in den Ausbau und die Dekarbonisierung der Fernwärme. An dieser ersten Tiefengeothermie-Anlage Wiens zeigt sich: Die Energiewende ist die Gelegenheit, unabhängiger und wirtschaftlich gestärkt in die Zukunft zu gehen.“

Bohrstart für die erste Tiefengeothermie-Anlage Wiens war im Dezember 2024. Im Juli 2025 haben Wien Energie und OMV die Tiefenbohrungen abgeschlossen, ab dem Herbst folgten die Fördertests. Insgesamt wollen OMV und Wien Energie in Wien bis zu sieben Tiefengeothermie-Anlagen mit 200 Megawatt Leistung errichten. Die weitere Planung dieser Anlagen ist von den Erkenntnissen aus der Pilotanlage in Aspern abhängig.

Weitere Anlagen in Planung

In den nächsten Monaten folgen die Detailplanung und Ausschreibung der Komponenten für die sogenannte Obertage-Anlage – also jenen Teil der Tiefengeothermie-Anlage an der Erdoberfläche, in der mit Wärmetauschern die Wärme aus dem Wasser gewonnen und an das Fernwärmenetz abgegeben wird. Ab Anfang 2027 wollen Wien Energie und OMV das Anlagen-Gebäude errichten und anschließend die Anlagenkomponenten einbauen. Aufgrund der Dauer von Ausschreibungs- und Genehmigungsverfahren sowie Lieferzeiten ist mit einer Inbetriebnahme der Anlage Anfang 2029 zu rechnen.

Parallel zur Errichtung der Anlage in Aspern arbeiten OMV und Wien Energie im Joint Venture deeep bereits an Plänen für die nächsten Anlagen. Insgesamt könnte mit der Tiefengeothermie künftig nachhaltige Wärme für umgerechnet 200.000 Wiener Haushalte erzeugt werden.

Eckdaten Tiefengeothermie-Anlage Aspern

  • Anlagenstandort: Seestadtstraße 17, 1220 Wien
  • Geplante Leistung: rund 25 Megawatt thermisch (inkl. Wärmepumpen von Wien Energie)
  • Fernwärme für umgerechnet rund 25.000 Wiener Haushalte
  • Bohrbeginn: Dezember 2024
  • Geplante Inbetriebnahme: 2029
  • Geplantes Investitionsvolumen: rund 90 Millionen Euro. Das Projekt wird aus den Mitteln der Umweltförderung des Klimaschutzministeriums, durch den Klima- und Energiefonds sowie die Europäische Investmentbank gefördert.


Über OMV

Es ist unser Unternehmenszweck, die Grundlagen für ein nachhaltiges Leben neu zu erfinden. OMV wandelt sich zu einem integrierten Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemikalien. OMV strebt an, bis spätestens 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Das Unternehmen erzielte im Jahr 2025 einen Umsatz von EUR 24 Milliarden und beschäftigte rund 22.300 talentierte Mitarbeiter:innen weltweit. Zu den wichtigsten strategischen Beteiligungen von OMV gehören OMV Petrom mit 51,2 Prozent und Borouge International mit 50 Prozent. OMV Aktien werden an der Wiener Börse (OMV) sowie in den USA an der OTCQX (OMVKY, OMVJF) gehandelt. Weitere Informationen auf www.omv.com.

Über Wien Energie

Wien Energie ist der größte regionale Energieanbieter Österreichs. Das Unternehmen ist Teil der Wiener Stadtwerke-Gruppe und versorgt rund zwei Millionen Menschen und 230.000 Gewerbe- und Industrieanlagen zuverlässig mit Energie. Die Strom- und Wärmeproduktion stammt aus Kraft-Wärme-Kopplung, Abfallverwertung und erneuerbarer Energie wie Sonnen-, Wind- und Wasserkraft sowie Biomasse. Wien Energie baut den Anteil erneuerbarer Energieträger massiv aus und leistet einen aktiven Beitrag am Weg zur Klimaneutralität 2040. Informationen zum Unternehmen finden Sie online unter www.wienenergie.at

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