Wie lange hält die Batterie eines Elektroautos?
Die Batterie ist der größte, schwerste und teuerste Bauteil eines Elektroautos. Doch wie lange hält die Batterie von Elektroautos?
Lebensdauer eines E-Auto Akkus
Die Lebensdauer einer Batterie ist ein entscheidender Faktor für die Gesamtleistung und den wirtschaftlichen Wert eines Elektrofahrzeugs. Üblicherweise wird diese in Ladezyklen gemessen.
Ein Ladezyklus umfasst den Zeitraum eines vollständigen Ladens und Entladens der Batterie. Moderne Elektroautobatterien haben in der Regel eine Lebensdauer von bis zu 2.000 Ladezyklen. Bei einer Reichweite von 300 Kilometern entspricht dies einer Gesamtfahrleistung von 600.000 Kilometern.
Im Laufe der Jahre verlieren Batterien einen Teil ihrer Kapazität. Die meisten Hersteller garantieren nach acht Jahren oder 160.000 Kilometern noch 70 Prozent der ursprünglichen Kapazität. Wenn das Elektroauto eine Reichweite von 500 Kilometern hat, erreicht es nach acht Jahren mit einer vollen Ladung noch eine Reichweite von 350 Kilometern.
Wer ein E-Auto kauft, sollte sich unbedingt nach den Garantiebedingungen erkundigen. Die Garantie ist nämlich herstellerabhängig und beträgt bis zu 10 Jahre und 1.000.000 Kilometer.
Reichweite und Kapazität sind modellabhängig.
Die angegebenen Werte gelten dann als Mindestgrenze. Fällt die Kapazität der Batterie darunter, kann ein Garantieanspruch beim Hersteller geltend gemacht werden. Liegt ein Garantiefall vor, wird der gesamte Akku oder die Akkumodule ausgetauscht. Heutzutage ist es nicht immer notwendig, die gesamte Batterie auszutauschen.
- Tipp: Der State of Health Wert (SoH) gibt an, wie es um die aktuelle Kapazität der Batterie bestellt ist. Beispielsweise bei einem Wert von 95 SoH verfügt der Akku noch über 95 Prozent der ursprünglichen Nennkapazität.
Ladezyklen von E-Autos
Die Lebensdauer der Batterie eines Elektroautos hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der Anzahl der Ladezyklen. Leistungsfähige Lithium-Ionen-Batterien halten mindestens 1.000 vollständige Ladezyklen. Bis die Restkapazität unter 70 Prozent fällt, dauert es etwa 8 bis 10 Jahre.
Was ist ein vollständiger Ladezyklus?
Als vollständiger Ladezyklus wird der vollständige Lade- und Entladevorgang bezeichnet. Ein vollständiger Ladezyklus liegt vor, wenn die Batterie von ihrer maximalen Kapazität auf nahezu Null entladen und anschließend wieder auf ihre maximale Kapazität aufgeladen wird.
Was ist ein Teilladezyklus?
Wenn die Batterie nur teilweise entladen und dann wieder aufgeladen wird, spricht man von Teilzyklen. Diese Teilzyklen werden addiert, um die Anzahl der vollständigen Ladezyklen zu bestimmen.
Wird die Batterie zweimal von 50 Prozent auf 100 Prozent aufgeladen, so entspricht dies einem vollständigen Ladezyklus.
Welche Faktoren beeinflussen die Lebensdauer?
Ladezeit
Die Zeit, die zum Laden der Batterie benötigt wird, kann die Lebensdauer erheblich beeinflussen. Schnelles Laden ist zwar praktisch, führt aber zu einer höheren thermischen und elektrischen Belastung. Dies kann zu einem schnelleren Verschleiß der Batterie und somit zu einem Kapazitätsverlust führen. Langsames Laden sollte bevorzugt werden.
Ladeart
Regelmäßiges Aufladen auf 100 % und anschließendes Entladen auf nahezu 0 % kann die Lebensdauer der Batterie verkürzen. Expert*innen empfehlen, die Batterie zwischen 20 % und 80 % ihrer Kapazität zu halten. Dies reduziert die Belastung der Batteriezellen und verlängert die Gesamtlebensdauer.
Am besten lädt man nach, wenn die Batterie noch zwischen 20 und 30 % Kapazität hat. Aber bitte nicht vollladen und bei 80 % den Ladevorgang beenden.
Umgebungstemperatur
Extreme Hitze oder Kälte kann die chemischen Reaktionen in der Batterie negativ beeinflussen. Hohe Temperaturen wirken sich negativ auf die Energiespeicherung und -abgabe aus. Niedrige Temperaturen verringern den Wirkungsgrad und die Reichweite des Fahrzeugs.
Tiefentladung vermeiden
Wenn ein Elektrofahrzeug tiefentladen wird, bedeutet dies, dass die Batterie fast vollständig entladen ist. Fällt sie unter die empfohlene Mindestspannung, kann dies zu Schäden an der Batterie führen. Die Kapazität nimmt ab, d.h. die Batterie kann weniger Energie speichern.
Eine Tiefentladung kann aber auch dazu führen, dass sich das Auto nicht mehr starten lässt oder Bordsysteme nicht mehr funktionieren. Um eine Tiefentladung zu vermeiden, sollten Elektroautos mindestens alle paar Wochen aufgeladen werden.
Unterschiede zwischen E-Auto Modellen
Die Fahrzeughersteller verwenden unterschiedliche Batterietechnologien, Zellchemien und Managementsysteme, die sich alle auf die Lebensdauer auswirken. Während einige Modelle eher auf Schnellladung ausgelegt sind, setzen andere auf eine längere Lebensdauer durch optimierte Lade- und Entladevorgänge.
Wie kann ich die Lebensdauer meiner Elektroautobatterie verlängern?

Damit die Batterie über viele Jahre zuverlässig funktioniert, können folgende Maßnahmen ergriffen werden:
Regelmäßige Wartung
Eine regelmäßige Inspektion des Fahrzeugs kann helfen, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Dazu gehört auch die Überprüfung des Batteriezustands mit speziellen Diagnosegeräten des Fahrzeugherstellers.
Eine gut gewartete Batterie hat eine längere Lebensdauer und bleibt leistungsfähig.Extreme Ladezustände vermeiden
Es ist ratsam, die Batterie nicht regelmäßig vollständig aufzuladen oder vollständig zu entladen. Ein moderater Ladebereich zwischen 20 % und 80 % ist optimal, um die Batterie zu schonen.
Schutz gegen extreme Temperaturen
Um die Batterie vor extremen Temperaturen zu schützen, sollte das Fahrzeug im Sommer möglichst in einer Garage oder zumindest im Schatten geparkt werden. Die optimale Außentemperatur für ein Elektroauto liegt zwischen -15 Grad und 25 Grad. Daher ist auch im Winter der optimale Platz eine Garage.
Tiefentladung vermeiden
Wenn das Elektroauto mehrere Wochen steht, kann es zu einer Tiefentladung kommen. Eine Tiefentladung kann die Batterie schädigen.
Ende des Lebenszyklus eines Elektroautos: Was kommt danach?
Wenn die Batterie eines Elektroautos das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat, stellt sich die Frage, was danach passiert. Hier gibt mehrere Möglichkeiten:
Batterie austauschen
Die einfachste Möglichkeit, ein älteres Elektroauto wieder fit zu machen, ist der Austausch der alten Batterie gegen eine neue. Viele Fahrzeughersteller bieten diesen Service an, wobei die Kosten für eine neue Batterie je nach Modell und Kapazität variieren.
Ein Batterietausch kann das Fahrzeug für weitere Jahre nutzbar machen und die Reichweite wieder auf das ursprüngliche Niveau bringen.Neues Elektroauto
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, das alte Fahrzeug gegen ein neues Modell einzutauschen. Dies ist besonders attraktiv, da sich die Batterietechnologie in den letzten Jahren stark weiterentwickelt hat und neue Modelle oft bessere Reichweiten und kürzere Ladezeiten bieten.
Second life
Es wird daran geforscht, gebrauchte Elektroautobatterien als stationäre Energiespeicher weiterzuverwenden. So könnten sie künftig als Batteriespeicher in Haushalten eingesetzt werden. Die Lebensdauer der Batterien könnte so um bis zu 10 Jahre verlängert werden.
Wie werden E-Auto Batterien entsorgt?
E-Auto-Batterien enthalten wertvolle Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Kupfer, Mangan und Nickel, die recycelt werden können. Die Rohstoffe können entweder durch thermisches Einschmelzen oder durch mechanische Zerkleinerung zurückgewonnen werden. Beim Einschmelzen werden Kobalt, Nickel und Kupfer (zu 95 Prozent) sowie Lithium (zu 60-70 Prozent) zurückgewonnen. Grafit und Aluminium können bei diesem Verfahren nicht recycelt werden.
Beim Schreddern werden die Batterien zerkleinert, der Elektrolyt entfernt und die Wertstoffe Aluminium, Kupfer, Grafit, Mangan, Nickel, Kobalt und Lithium zurückgewonnen. Die Recyclingquote liegt bei bis zu 96 Prozent.
Auf dem Gebiet des Batteriemanagements wird viel geforscht. Es ist zu erwarten, dass die Batterien selbst immer effizienter werden. Auch das Recycling wird ständig verbessert, sodass immer mehr Rohstoffe zurückgewonnen werden können.


