Was kostet die Arbeitswelt?

Das buero bauer hat gemeinsam mit einem Energieberater von Wien Energie den Stromverbrauch in ihrem Designbüro nachgemessen.
Aktualisiert am: 20.10.2022
Strommessgerät steckt an einem Gerät und zeigt Werte an.

Ein Designbüro braucht viel Licht, eine Menge Computerbildschirme und noch mehr Kaffee und das verbraucht Energie. Aber wo lässt sie sich am besten bewahren? Energiespar-Test im buero bauer.

Stromverbrauch messen im Designbüro

Durch die großen Fenster der Alpenmilchzentrale, einer ehemaligen Molkerei im vierten Wiener Gemeindebezirk, scheint die Sonne. Der Raum ist hoch, an den weiß gestrichenen Wänden reihen sich bunt gefüllte Bücherregale aus Metall, überall stehen Schreibtische mit dunkelgrauer Oberfläche. Auf fast jedem Platz stehen zwei Computermonitore, wenn nicht drei.

Es ist ein milder Nachmittag im Herbst. Im buero bauer, der Gesellschaft für Orientierung und Identität mbH, sind fast alle der insgesamt 15 Mitarbeiter*innen da, was auch bedeutet: Es ist warm drinnen, obwohl die Heizung noch nicht läuft. Und da wären wir auch schon am Punkt: Heute geht es im interdisziplinären und multimedialen Designbüro, das 1998 von Erwin Bauer gegründet wurde, ausnahmsweise nicht ums Gestalten. Es geht ums Energiesparen.

Um herauszufinden, wo man in einem modernen Büro schnell und effektiv Energie einsparen kann, haben sich die Kreativen ein bisschen Nachhilfe geholt. Bei wem? Bei der Energieberatung von Wien Energie.

Stromsparen mit LED-Leuchten

Das buero bauer testet Energiesparen
Copyright: Wien Energie/Susanne Einzenberger

Und ein*e Mitarbeiter*in des Beraterteams ist auch schon da, ausgestattet mit einem Strommessgerät und einem Kopf voll praktischer Tipps. Im Hauptraum des Büros, dort, wo alle Leute sitzen und vor über 30 Jahren noch Milch an- und abgeliefert wurde, wandert sein Blick direkt an die Decke. Die Tageslichtlampen an der Decke sind abgedreht, nur in einer finsteren Ecke brennt Licht, eine LED-Lampe: Vorbildlich.

Der zweite Blick gilt der vielen Technik, die hier natürlich unverzichtbar ist: Laptops, eine Menge Computermonitore, ein großer Drucker und ein Serverraum, der ohne Kühlung auskommt. Die brennendste Frage aus dem Team: Welcher Bildschirm ist der beste? Hier, sagt der Energieberater, ist es wichtig die Kosten-Nutzen-Rechnung zu machen: Investiere ich in ein tendenziell teureres, energieeffizientes Gerät und spare Strom und die damit verbundenen Kosten? Oder bleib ich beim alten? Generell gilt aber: Kein Bildschirm ist der bessere Bildschirm, der Laptop alleine braucht nämlich am allerwenigsten.

Wie viel Strom verbraucht die Kaffeemaschine?

Menschen versammeln sich um eine Kaffeemaschine und beobachten jemanden, der mit einem Strommessgerät den Stromverbrauch misst.
Copyright: Wien Energie/Susanne Einzenberger

Weiter geht es, ein paar Stiegen hinunter, in die beige geflieste Küche des Büros, wo eine*r der wichtigsten Mitarbeiter*innen eines jeden Büros steht, nämlich die Kaffeemaschine. Etwa 50 Espressi gehen täglich durch die Maschine, da trinken allerdings auch die Kolleg*innen aus dem Architekturbüro nebenan mit.

Der Energieberater schließt sein Strommessgerät an und rechnet: Mit einer Kilowattstunde kann man etwa 20 Kaffees machen, beim aktuellen Strompreis kostet der Tagesverbrauch dem Büro also etwa €1,25. Neben der Kaffeemaschine misst der Energieberater auch den Verbrauch des Wasserkochers. Die gute Nachricht: dieser braucht generell weniger – Tee ist vom Energieaufwand also effizienter als Kaffee sein. Allerdings sollte auch nur so viel Wasser erhitzt werden, wie tatsächlich gebraucht wird. Und weil weniger Kaffee trinken auch nicht immer die Lösung ist, hilft hier nur: Die Maschine nachts und am Wochenende abdrehen. Genauso wie Licht, Heizung und alle anderen Geräte.

Energiespartipp: Geräte und Heizung am Wochenende abdrehen

Das buero bauer testet Energiesparen
Copyright: Wien Energie/Susanne Einzenberger

Wobei wir auch schon beim letzten und vielleicht wichtigsten Punkt sind: Absenkung lohnt sich wirklich immer. Sei es das kalte Händewaschen oder das Abdrehen der Heizung über Nacht und am Wochenende. Durch Wärme geht nämlich die meiste Energie verloren. Das Büro hat kürzlich auch neue Thermostate bestellt, die die Heizkörper „remote“ regeln können. Man kann also programmieren, an welchen Tagen und Tageszeiten nicht geheizt wird und muss nicht immer händisch auf- und abdrehen.

Damit die Wärme auch dort bleibt, wo sie soll, gibt es eine kleine Notiz als Erinnerung: An der Glastüre zur Terrasse, wo es Sitzmöglichkeiten und Turnringe gibt, hängt ein Zettel, auf dem steht: „Bitte Türe wieder schließen, damit wir nicht die Terrasse heizen. Dankeschön“.

Das Büro selbst hat einen ganz besonderen Energiespartipp und der hat mit dem Wuzzler zu tun, der in der Ecke der Küche steht. Wenns wirklich kalt ist, reicht eine Runde Tischfußball. Da kann es nämlich recht schnell recht hitzig werden.

Möchten Sie Ihren Stromverbrauch ebenfalls messen?

Wien Energie Kund*innen können sich gratis ein Strommessgerät im Servicetreff in der Spittelau ausleihen. Wie dieses angewendet wird, haben wir in einem Artikel zusammengefasst.

Über den Energiesparcheck auf unserer Website können Sie übrigens ermitteln, welche Stromverbraucher in Ihrem Haushalt besonders hohe Kosten verursachen.

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