Energiegemeinschaften: Wie funktionieren sie?

Wien Energie erforscht im Viertel Zwei die Zukunft der Stromversorgung: eine lokale und nachhaltige Energiegemeinschaft. Wie kommt das bei den Nutzer*innen an? Wir haben nachgefragt.
Aktualisiert am: 15.05.2021
Infos über Energiegemeinschaften auf einem Tablet

Soll der Strom für den nächsten Waschgang von einem Windrad auf der Donauinsel kommen? Oder doch lieber von der Photovoltaikanlage (PV) auf dem Nachbarhaus? Denn diese Frage dürfen sich Katharina und Thomas Laggner seit kurzem selbst beantworten. Die beiden wohnen im „Viertel Zwei“ in der Leopoldstadt und sind Teil eines Forschungsprojekts über Energiegemeinschaften namens Urban Pioneers Community. „Seit wir Teil des Projekts sind, gehen wir bewusster mit unserem Stromverbrauch um“, so Katharina Laggner.

Weg frei für Energiegemeinschaften

Damit Österreich die Energiewende in Richtung CO2-Neutralität schafft, sind Energiegemeinschaften enorm wichtig. Kommendes Jahr tritt deswegen ein neues Gesetz in Kraft, dass die Gründung solcher Energiegemeinschaften außerhalb des Forschungskontexts ermöglicht. Um auf diese Entwicklung vorbereitet zu sein, startete Wien Energie vor zwei Jahren das Pilotprojekt Urban Pioneers Community.Wir wollen herausfinden, wie sich der Marktplatz und die Preise entwickeln“, sagt Projektleiterin Anja Hintermeier.

Doch was ist eine Energiegemeinschaft ganz generell?

Vereinfacht gesagt, ist es ein Zusammenschluss von Stromproduzenten und Konsumenten. Der Paradefall: Besitzer*innen eines Einfamilienhauses montieren auf dem Dach eine PV-Anlage und möchten die Energie, die sie selbst nicht verbrauchen, mit ihren Nachbar*innen teilen.

Energiegemeinschaften und digitale Marktplätze

Doch auch in der Stadt, wo die wenigsten Bewohner*innen selbst eine PV-Anlage besitzen, könnten solche Modelle zukunftsweisend sein. Denn mit Familie Laggner sind 60 weitere Haushalte – die meisten aus dem Grätzl – als Urban Pioneers engagiert. Wien Energie will künftig Know-how und Infrastruktur für Energiegemeinschaften bereitstellen und diese ermöglichen.

Bei der Urban Pioneers Community kommt die erneuerbare Energie von fünf verschiedenen Wind-, Sonnen- und Wasserkraftwerken und privaten Prosumern. Die Gruppe ist auf einer digitalen Plattform vernetzt. Während dort verfügbare Mengen und aktuelle Preise angezeigt, sowie die Transaktionen durchgeführt werden. „Außerdem ist unser Ziel, noch weitere private Produzenten dazuzugewinnen,“ sagt Wien Energie-Projektleiterin Anja Hintermeier.

Katharina und Thomas Laggner sind mit 60 anderen Haushalten Teil des Forschungsprojekts Urban Pioneers Community von Wien Energie.

Auch die Laggners könnten künftig selbst zum Stromproduzenten werden und in den Handel einsteigen. Etwa mit einer PV-Anlage auf dem Balkon.

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