Die Stadt unter der Stadt: Unterm Stephansdom
Was befindet sich unter dem Stephansplatz? Wir führen dich in den Wiener Untergrund: historische Ausgrabungen zwischen U-Bahn-Schächten und einer HeizzentraleHistorische Knochen, Moderne Heizung - unterm Stephansdom
Jeder Zentimeter atmet hier Geschichte: Schon die Römer lebten hier, in der Tiefe unter dem Platz finden sich deswegen römische Gräber, die man bei Grabungsarbeiten immer wieder findet. Vom Dom ausgehend gibt es mehrere Geschoße sogenannter Katakomben, also Kellerräume und Gänge, die alle ineinander übergehen.
Bis nach 1945 konnte man bis zum Schwedenplatz unterirdisch kommen. Heute sind die Durchgänge zugemauert.
Besondere Energie
Was aber nun wirklich die wenigsten wissen: Um den Stephansdom in seiner historischen Schönheit zu konservieren, darf seine Temperatur nie unter 12°C fallen. Auch die Luftfeuchtigkeit muss konstant bleiben, um Altäre und Bilder nicht zu gefährden. Und trotzdem behalten Besucher*innen warme Füße!
Ein Netz an Sensoren unter der Decke erhebt ständig diese Daten. Ein spezielles Belüftungssystem wandelt dann die kalte Luft von draußen mittels eines Wärmetauschers in warme Luft um und gibt sie über Düsen im Inneren wieder ab. Damit Kirchenbesucher*innen nicht frieren, ist High-Tech am Werk: Welche andere Kirche kann schon behaupten, eine eigene Fußbodenheizung zu haben?
Rund 220.000 Menschen pro Tag im Untergrund
Seit 1978 gibt es hier die wohl bekannteste U-Bahn-Station, hier treffen sich die U1 und die U3, die die Außenbezirke mit der Innenstadt verbinden. 27 Meter unter der Erde - was vier Etagen entspricht - kommen täglich 220.000 Menschen vorbei. Und auch wenn es hier so historisch ist, unter dem Stephansplatz fließen alle Leitungen, die eine smarte Stadt braucht.
Aber warum stinkt es in den U-Bahnstationen am Stephansplatz so? Das haben die Wiener Linien in einem Video erklärt.
In der Reihe "Die Stadt unter der Stadt" haben wir uns auch "Ottakring und die geheimen Flüsse Wiens" sowie den Donaukanal, Ottakring und den Stephansdom näher angesehen.


