Die besondere Energie des Stephansdoms

Eines der berühmtesten Wahrzeichen Wiens begeistert Besucher*innen durch seine majestätische Erscheinung und historische Bedeutung. Auch aus Energieeffizienz-Sicht hat der Dom einiges zu bieten.
Aktualisiert am: 13.05.2020
Die Skyline von Wien mit dem majestätischen Stephansdom in der Abenddämmerung wird von Stadtgebäuden und fernen Hügeln eingerahmt.

Zur Weihnachtszeit ein bezaubernder Hingucker, Touristenattraktion und ein Gebäude mit viel Geschichte – der Stephansdom. Der Dom hat aber auch aus Energieeffizienzsicht einiges zu bieten. Hier sind fünf interessante Fakten über die Energieversorgung des Stephansdoms.

Fact 1: Fernwärme und Belüftung

Der Stephansdom wird bereits seit dem Jahr 2000 mit umweltfreundlicher Fernwärme beheizt. Die Temperatur darf nicht unter 12 °C fallen und die Luftfeuchtigkeit sollte konstant bleiben, damit die kostbaren Bilder und Altäre nicht gefährdet sind. Gemessen wird das durch Sensoren an der Decke. Ein spezielles Belüftungssystem wandelt die kalte Luft von draußen mittels eines Wärmetauschers in warme Luft um und gibt sie über Düsen im Inneren wieder ab.

2018 folgte die Dombauhütte dem großen Bruder und ließ ihren alten Gaskessel innerhalb von drei Monaten auf Fernwärme umrüsten. Nun können auch die Steinmetze des Stephansdoms in ihrer Werkstatt in gutem Klima arbeiten.  

Natürlich sollen auch die Besucher*innen in der kalten Jahreszeit nicht frieren, wenn sie einer Messe oder einem Konzert beiwohnen wollen. Die 12 Grad scheinen in der Hinsicht etwas zu niedrig angesetzt, jedoch darf man nicht vergessen, dass alle mit Winterkleidung in die Kirche kommen und dadurch keine „Wohnzimmertemperatur“ benötigen.

Fact 2: Fußbodenheizung

14 Stationen der eingebauten Fußbodenheizung sorgen für eine gezielte Zirkulation der warmen Luft in Bodennähe. Ein Jahr dauerte dieser durch Spendengelder finanzierte Umbau, denn er wurde immer wieder durch archäologische Grabungsarbeiten unterbrochen. 

Fact 3: Energie durch Sonnenlicht

Auf einem Nebengebäude leistet eine 80 Quadratmeter große Photovoltaikanlage einen großen Beitrag zur Energieversorgung des „Steffls“. Die 5-kWp-Anlage wurde in einer speziellen Solarfabrik in Freiburg hergestellt. 

Fact 4: Moderne Lichttechnik 

In zwei Jahren Bauzeit wurde die Innenbeleuchtung komplett auf LED-Technik umgestellt. Seit 2018 sorgen über 700 LED-Lampen für eine nachhaltige Beleuchtung. LEDs haben viele Vorteile! Sie zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer, beste Lichtqualität und ihre hohe Energieeffizienz aus.

Fact 5: Der grüne Fußabdruck in Zahlen

Die grüne Wärmeversorgung durch Fernwärme sparte bis Ende 2019 bereits 100 Tonnen CO₂ ein. Der Energieverbrauch des Doms ist durch die vielen oben beschriebenen Maßnahmen auffallend gering: 360 Megawattstunden pro Jahr entsprechen dem Verbrauch von nur 30 Wiener Haushalten. Durch die Zusammenarbeit der Kirche mit Wien Energie profitieren die Besucher*innen, die Kunstschätze und die Umwelt gleichermaßen.

Stephansdom Fakten » Beleuchtung, Energie & Heizung