Akzeptanz-Studie 2026: Erneuerbare Energien in Österreich

Das Wichtigste in Kürze
- Die Zustimmung zu erneuerbaren Energieprojekten beläuft sich derzeit, je nach Technologie, auf rund 60-80 %. Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist daher trotz leichtem Rückgang auf konstant hohem Niveau.
- Der Technologievergleich zeigt, dass sich eine leicht zunehmende Unterstützung für Freiflächen-Photovoltaikanlagen und Großwasserkraftwerke abzeichnet.
- Photovoltaik bleibt insgesamt weiter die beliebteste Technologie, gefolgt von Kleinwasserkraft und Windkraft.
Die guten Nachrichten des Tages
Die diesjährige repräsentative Umfrage von über 1.100 Befragten zeigt: Die Akzeptanz von erneuerbaren Energieprojekten bleibt auf hohem Niveau. Mehr als zwei Drittel der Befragten stimmen einem erneuerbaren Energieprojekt in der Nähe ihrer Gemeinde zu. Dabei erhält vor allem Photovoltaik einen sehr hohen Zuspruch (79 %) – insbesondere innovative PV-Anlagen auf Dächern oder Fassaden erhalten mit 67 % einen hohen Zuspruch. Aber auch Freiflächen-PV wird als positiver Treiber der Energiewende gesehen und verbessert sich im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozentpunkte auf 45%. Auch für Großwasserkraftwerke steigt die Unterstützung im Vergleich zum Vorjahr.
Klima- und energiepolitische Maßnahmen
Die zentralen klima- und energiepolitischen Zielsetzungen genießen weiterhin breite Zustimmung in der Öffentlichkeit. Insbesondere dem raschen Ausbau der Netze (60 %) zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit sowie dem beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien zur Abkehr von fossilen Energieträgern (58 %) wird deutlich zugestimmt. Auch klare gesetzliche Regelungen wie das Klimaschutzgesetz finden Zustimmung (47 %).
Andererseits ist der Anteil der Befragten, die der Ansicht sind, dass wir die Auswirkungen des Klimawandels bereits spüren, leicht gesunken. Dennoch bewerten immer noch fast 60 % die Auswirkungen des Klimawandels als negativ.
Stromspeicher auf dem Vormarsch
Neben der generellen Zustimmung erfragen die Studienhersteller auch die Motivation für die Verwendung oder den Einbau erneuerbarer Technologien. Im Fall der Photovoltaik ist ersichtlich, dass die drei Hauptgründe für die Anschaffung für Österreicher*innen Kosteneinsparungen, der Schutz der Umwelt bzw. des Klimas sowie Förderungen sind. Auch der Zubau von PV-Anlagen in Kombination mit Stromspeichern ist sehr attraktiv. Rund die Hälfte der Befragten mit einer PV-Anlage verfügt bereits über einen Stromspeicher im Haus oder Wohngebäude. Auffällig ist darüber hinaus die steigende Investitionsbereitschaft: Mehr als die Hälfte der Befragten plant die Installation eines Speichers oder denkt konkret darüber nach.
Bei der Wärmeversorgung zeichnet die Studie ein differenziertes Bild: Während sich gasbetriebene Systeme weiter zurückentwickeln, gewinnt die Fernwärme wieder leicht an Boden. Rund 29 % nutzen Fernwärme als Energieform der primären Wärmeversorgung. Parallel dazu steigt die Beliebtheit von Wärmepumpen kontinuierlich und liegt nun bei 16 % als primäre Wärmequelle.
Und: Wenn Bürger*innen über einen weiteren Umstieg auf erneuerbare Heizformen nachdenken, steht Biomasse besonders hoch im Kurs.
Der Wunsch nach Beteiligung an der Energiewende nimmt zu
Es zeigt sich weiterhin: Bürger*innen haben den Wunsch, die Energiewende aktiv mitzugestalten. Mehr als ein Drittel der Befragten zeigt weiterhin hohes Interesse daran, sich finanziell an Bürgerprojekten für erneuerbare Energien zu beteiligen.
Als neueres Konzept der Energiebranche ist vor allem der zunehmende Zuspruch für Energiegemeinschaften ein positiv zu beobachtender Effekt. Der Anteil der Befragten, die an einer Energiegemeinschaft beteiligt sind, ist im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozentpunkte auf 12 % angestiegen. Rund die Hälfte der Befragten kann sich zudem vorstellen, sich künftig an einer Energiegemeinschaft zu beteiligen.
E-Mobilität erhält wieder vermehrt Zuspruch
Die diesjährige Befragung zeigt zudem eine Trendumkehr beim Kauf von Elektroautos, der wieder zunimmt. Die Haupttreiber für den Kauf von E-Autos sind geringe Betriebskosten sowie der Schutz des Klimas. Zudem setzt sich der Trend zum Laden zu Hause fort. Während bereits jetzt die meisten E-Auto-Besitzer*innen ihre Fahrzeuge zu Hause laden, wird hier künftig keine Trendumkehr erwartet.