2012
Kältezentrale Spittelau liefert Fernkälte
Klimatisierungen und Kühlungen sind die am schnellsten wachsenden Bereiche für zusätzlichen Energiebedarf. Einerseits steigt die Zahl der zu kühlenden Flächen, anderseits sind die Folgen der Klimaerwärmung zu spüren und es kommt zu einer Verlängerung der Zeiträume, in denen der Wunsch nach Klimatisierung besteht. Lange Zeit erfolgte die Kühlung ausschließlich durch elektrische Energie. Im Zuge der Energiewende und um Kapazitätsengpässe zu vermeiden, wurde daher auch in diesem Bereich nach Alternativen gesucht. Mit der Fernkälte will man daher einen ähnlichen Weg beschreiten, wie dies beim Ausbau der Fernwärme passiert ist und durch die neue Technologie CO₂ einsparen.
Fernwärme erzeugt Kälte
Zur Erzeugung der Kälte wird in erster Linie Fernwärme genutzt und somit der Primärenergiebedarf gering gehalten. Auch Wärme und Strom aus Abfallverwertungsanlagen werden zur Produktion von Fernkälte genutzt. Die Kältezentrale, die 2009 in einem alten U-Bahntunnel bei der Spittelau realisiert wurde und die Klimasysteme mehrerer Bürogebäude sowie das Allgemeine Krankenhaus der Stadt Wien beliefert, nutzt beispielsweise Energie aus Abfallverwertungsanlagen.
Zentrale und dezentrale Nutzung
Die Nutzung kann entweder zentral, dabei beliefert eine Kältezentrale über das Fernkältenetz mehrere Kund*innen, als auch dezentral, über eine eigene Kältezentrale bei den Kund*innen, erfolgen. Experten vermuten, dass aufgrund der Klimaerwärmung in weniger als zwanzig Jahren der Bedarf an Kühlenergie mit der Heizenergie gleichzieht. In Wien können immer mehr Gebiete beziehungsweise Gebäudekomplexe Fernkälte nutzen: die Klimasysteme mehrerer Bürogebäude sowie das Allgemeine Krankenhaus (AKH) der Stadt Wien werden mit Energie der Abfallverwertungsanlage beliefert.




