1963
Inbetriebnahme Abfallverwertungsanlage am Flötzersteig

Am 25. April 1963 ist erstmals das Müllfeuer der Müllverbrennungsanlage Flötzersteig im 16. Wiener Gemeindebezirk entzündet worden. Die Anlage war damals die erste thermische Abfallbehandlungsanlage in ganz Österreich. Mit der Anlage konnte eine weitere Energiequelle erschlossen werden.
Heute werden hier jährlich etwa 200.000 Tonnen Restmüll der Wiener*innen verwertet. Im Zuge der Verbrennung wird das Volumen des Mülls auf ein Minimum reduziert und Schadstoffe unschädlich gemacht. Die dadurch freigesetzte Energie wird umgewandelt und in Folge für die Wärmeversorgung zehntausender Haushalte verwendet. Es entstehen rund 470.000 Megawattstunden Fernwärme und 58.000 Tonnen Eisenschrott, Aschen, Schlacken und Filterkuchen.
Geschichte des Flötzersteigs
Aufgrund des steigenden Konsums der Bevölkerung und der Einführung eingepackter Produkte wurde 1959 vom Gemeinderat der Stadt Wien der Beschluss zur Müllverbrennung gefasst. Bereits im gleichen Jahr wurde der Grundstein der Müllverbrennungsanlage Flötzersteig gelegt. Mit der Inbetriebnahme vier Jahre später wurden rund 60 Prozent des damals anfallenden Mülls in Wien verwertet.
Die dadurch entstandene Fernwärme konnte zugleich von umliegenden Gebäuden genutzt werden. Hauptabnehmer waren zu dieser Zeit das umliegende Wilhelminenspital, das Geriatriezentrum Baumgartner Höhe sowie das Ottakringer Bad. Auch heute noch zählen das Ottakringer Bad, das Otto-Wagner-Spital, die Zentralwäscherei und der Wiener Gesundheitsverbund zu den Hauptnutzern der Fernwärme vom Flötzersteig. Die Müllverbrennungsanlage ist damit wichtiger Bestandteil der Wärmeerzeugung und Kreislaufwirtschaft.
In Wien sind heute vier thermische Abfallverwertungen im Einsatz. Die Anlagen Spittelau, Flötzersteig, Simmeringer Haide und Pfaffenau verwerten jährlich rund 900.000 Tonnen Abfall, Sondermüll und Klärschlamm. Die dabei gewonnene Wärmeenergie wird ganzjährig in das Fernwärmenetz eingespeist. Alle vier Standorte produzieren zusammen rund 1,5 Mio. Megawattstunden Fernwärme pro Jahr.