Was sind dynamische Stromtarife – und lohnen sie sich?
Dynamische Stromtarife orientieren sich am Börsenpreis und ändern sich stündlich oder in Zukunft sogar viertelstündlich. Im Beitrag erklären wir, wie sie funktionieren, welche Vor- und Nachteile sie bieten und für wen sich der Umstieg lohnt.
Das Wichtigste in Kürze:
- Dynamische Stromtarife richten sich nach dem aktuellen Börsenpreis und ändern sich in der Regel stündlich. Voraussetzung ist ein Smart Meter, der den Stromverbrauch zeitgenau erfasst.
- Sie lohnen sich besonders für Haushalte mit flexiblem Verbrauch, Smart-Home-Systemen, E-Autos oder Photovoltaik sowie für Haushalte, die ihre Warmwassererzeugung auf die Mittagszeit verlegen können.
- Für Haushalte mit gleichbleibendem Verbrauch oder ohne technischen Spielraum sind Fixpreis-Tarife meist die bessere Wahl.
Wie funktioniert ein dynamischer Stromtarif?
Ein dynamischer Stromtarif wie der OPTIMA Voll Aktiv basiert auf den Preisen an der Strombörse, konkret am EPEX-Day-Ahead-Spotmarkt-Einzelstundenpreis für das Marktgebiet Österreich. Dort wird der Strompreis für jede Stunde des Folgetags festgelegt. Stromanbieter geben diesen Börsenpreis (meist mit einem fixen Aufschlag) direkt an ihre Kund*innen weiter.
Je nach Angebot und Nachfrage – etwa durch Wetterbedingungen, Verbrauchsspitzen oder die Einspeisung erneuerbarer Energien – kann der Preis stark schwanken. Die Konsequenz: Strom ist zu bestimmten Zeiten besonders günstig bzw. kann auch gratis sein, zu anderen jedoch sehr viel teurer als bei klassischen Fixpreis-Tarifen.
Unterschiede zu klassischen Stromtarifen und anderen variablen Modellen
Fixpreis-Tarife
Konstanter Strompreis für die gesamte Vertragslaufzeit, unabhängig von Börsenschwankungen.
Variable Tarife
Preis wird meist monatlich oder quartalsweise angepasst – orientiert sich an Marktentwicklungen, aber nicht stündlich.
Dynamische Tarife:
Strompreis variiert stündlich, basierend auf dem Spotmarkt der Strombörse. Kund*innen zahlen genau den Preis, der zum Zeitpunkt des Verbrauchs gilt.
Wie oft ändern sich die Preise im dynamischen Tarif?
Der Preis ändert sich in der Regel 24-mal pro Tag, also stündlich. Die Börsenpreise für den nächsten Tag werden meist am frühen Nachmittag veröffentlicht. Das heißt, man kann heute am Nachmittag schauen, wie viel der Strom morgen kostet.
Viele Anbieter stellen diese Infos über Apps oder Webportale bereit. So können die Kund*innen die flexiblen Preise beobachten und ihren Stromverbrauch gezielt auf günstige Zeiten ausrichten.
Gibt es Voraussetzungen für einen dynamischen Stromtarif?
Die wichtigste Voraussetzung ist ein intelligenter Stromzähler, ein sogenannter Smart Meter. Dieser erfasst den Stromverbrauch zeitgenau und ermöglicht eine präzise Abrechnung. In Österreich ist der Smart Meter flächendeckend im Ausbau. Ohne ihn ist ein dynamischer Tarif nicht möglich.
Eine weitere Voraussetzung ist die Möglichkeit, sich über Preise zu informieren. Zum Beispiel über eine App oder Website des Stromanbieters. Nur so kann man wissen, wann der Strom gerade günstig ist. Auf unserer Website kann man die Preisentwicklung des OPTIMA Voll Aktiv direkt einsehen. Die Preise für den nächsten Tag werden immer kurz nach 14:00 Uhr veröffentlicht. Und natürlich muss auch die Bereitschaft, das eigene Verbrauchsverhalten zu beobachten und eventuell anzupassen, gegeben sein.
Vorteile und Nachteile dynamischer Stromtarife
Vorteile
Nachteile
| Kosteneinsparungen: Wer Strom vor allem zu günstigen Zeiten nutzt, kann seine Stromrechnung deutlich senken. | Schwankende Preise: Preisspitzen zu ungünstigen Zeiten können Kosten verursachen, wenn keine Flexibilität besteht. |
| Transparenz: Durch stundengenaue Preisangaben entsteht mehr Bewusstsein für den eigenen Energieverbrauch. | Planungsaufwand: Um günstig zu konsumieren, müssen Verbrauch und Tageszeit bewusst abgestimmt werden. |
| Nachhaltigkeit: Dynamische Tarife fördern die Nutzung erneuerbarer Energien, da diese häufig zu Tageszeiten mit niedrigen Preisen einspeisen. | Technische Abhängigkeit: Ohne Smart Meter kein dynamischer Tarif möglich. |
| Zukunftssicher: Ideal in Kombination mit Smart Homes, PV-Anlagen oder E-Autos. |
Für wen lohnt sich ein dynamischer Tarif?
Haushalte mit zeitlich steuerbarem Verbrauch
Viele Geräte im Haushalt lassen sich durch Timer-Funktionen zeitversetzt betreiben. Zum Beispiel Waschmaschinen, Geschirrspüler oder Warmwasserzeugung. Wer diese in günstigen Preisphasen laufen lässt, spart Geld.
E-Auto-Besitzer*innen
Das Laden eines E-Autos lässt sich meist problemlos verschieben. Mit einem dynamischen Tarif kann man das gezielt für Zeiten mit besonders günstigen Strompreisen planen.
Nutzer*innen mit Photovoltaikanlage
In Kombination mit einer PV-Anlage kann der Eigenverbrauch optimiert werden. Bei hohem Börsenpreis lohnt sich die Einspeisung, bei niedrigem Preis eventuell sogar der zusätzliche Zukauf zum Laden des Stromspeichers.
Smart-Home-Fans
Wer sein Zuhause mit automatisierten Systemen ausgestattet hat, kann besonders effizient auf Preisänderungen reagieren. Smart Home-Systeme können Geräte nämlich automatisch starten, wenn die Preise niedrig sind. Dadurch wird das volle Potenzial dynamischer Tarife ausgeschöpft.
Wie kann man von günstigen Strompreisen und -zeiten profitieren?
Stromverbrauch bewusst planen
Nicht jeder Verbrauch ist verschiebbar, aber vieles schon. Geräte wie Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler oder Boiler lassen sich über Timer oder manuell steuern.
Geräte mit hohem Verbrauch priorisieren
Besonders Geräte mit hohem Stromverbrauch, wie etwa E-Auto-Ladestationen oder Wärmepumpen, bieten ein hohes Einsparpotenzial. Ihre Nutzung auf günstige Stunden zu legen, wirkt sich direkt auf die Stromrechnung aus.
Strompreis-Apps verwenden
Viele Anbieter dynamischer Tarife stellen eine App zur Verfügung, in der die tagesaktuellen Preise stundengenau eingesehen werden können. Wer diese regelmäßig nutzt, kann den Verbrauch gezielt abstimmen und Stromkosten minimieren.
Automatisierung durch smarte Systeme
Digitale Stromtarife lassen sich besonders gut mit Smart-Home-Technologien nutzen. Intelligente Steckdosen, programmierbare Haushaltsgeräte oder ganze Energiemanagementsysteme sorgen dafür, dass Geräte automatisch dann starten, wenn der Strom am günstigsten ist.
Das manuelle Checken der Strompreise oder das Einstellen von Timern wird damit überflüssig. Der Verbrauch passt sich ganz von selbst an günstige Zeiten an. Einfacher kann man fast nicht Energie sparen!
Fazit
Dynamische Stromtarife sind ideal für Haushalte, die flexibel Strom nutzen können und moderne Technologien einsetzen. Wer Geräte gezielt in günstigen Stunden laufen lässt oder Smart-Home-Technik nutzt, spart oft deutlich. Auch bei E-Autos oder Photovoltaikanlagen kann sich der Tarif lohnen.
Voraussetzung ist ein Smart Meter und die Bereitschaft, sich mit dem eigenen Verbrauch zu beschäftigen. Wer das nicht möchte, kaum steuerbare Geräte hat oder Wert auf stabile Preise legt, ist mit einem Fixpreis-Tarif besser beraten.
Dynamische Tarife lohnen sich. Aber nur, wenn man sie aktiv nutzt.