Energy Dogs – Roboterhunde unterstützen im Kraftwerksbetrieb
Mit inzwischen fünf Energy Dogs setzt Wien Energie auf modernste Robotik im Kraftwerksbetrieb. Die intelligenten Roboterhunde übernehmen regelmäßige Inspektionen, erkennen Auffälligkeiten in Echtzeit und tragen so wesentlich zu Arbeitssicherheit, Effizienz und Digitalisierung bei.
Fünf sogenannte „Energy Dogs“ unterstützen Wien Energie inzwischen im Kraftwerksbetrieb an mehreren Standorten. Die vierbeinigen Hightech-Assistenten vom Typ Boston Dynamics Spot führen autonom Inspektionsrundgänge durch, erfassen Messdaten und melden Auffälligkeiten in Echtzeit an das Betriebspersonal.
Ziel ist es, Mitarbeiter*innen bei Routinetätigkeiten im operativen Betrieb zu unterstützen und die Arbeitssicherheit weiter zu erhöhen. Neben dem Robo-Rudel setzt Wien Energie in den Kraftwerken auch Drohnen zur Inspektion von Anlagen oder zur Unterstützung bei Störungsbehebungen ein.
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Was ist ein Energy Dog?
Der „Energy Dog“ ist ein hochmobiler Industrieroboter, der knapp einen Meter groß, 43 kg schwer und auf vier Beinen unterwegs ist. Er läuft bis zu 1,5 Meter pro Sekunde und kann dank modernster Sensorik und Spezialkameras auch unwegsames Gelände wie Gitterböden und Stiegen bewältigen. Er kann entgegenkommenden Menschen ausweichen und sogar selbständig wieder aufstehen, falls er mal stolpert. Das passiert allerdings äußerst selten.
Acht Mitarbeiter*innen aus allen vier Schichten trainieren die Energy Dogs, indem sie ihre Routen definieren und sie mit Wissen füttern. Damit geben sie ihre Erfahrung direkt an die digitalen Assistenzsysteme weiter. Durch den Einsatz der Energy Dogs wird dieses Wissen digitalisiert und Fachexpertise langfristig gesichert. Gerade im Hinblick auf den bevorstehenden Generationenwechsel im Anlagenbetrieb ist das von großer Bedeutung.
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Funktionen und Aufgabe des Energy Dogs

Damit Kraftwerke zuverlässig und sicher funktionieren – das Kraftwerk Simmering produziert Strom für 800.000 Haushalte und Fernwärme für 300.000 Haushalte – müssen in Rundgängen alle Anlagen penibel kontrolliert werden. Etwa indem Füllstände, Kesseldruck und Temperaturen gemessen werden.
Früher wurden alle diese Aufgaben von Wien Energie-Mitarbeiter*innen alleine durchgeführt Heute unterstützen die Energy Dogs unsere Kolleg*innen im operativen Betrieb des Kraftwerks. Für diese Rundgänge sind sie perfekt ausgestattet:
- Thermalkamera (Temperaturerkennung)
- Akustiksensor für Geräuschanomalien
- Multigasmesser für Ammoniak sowie reduzierende & oxidierende Gase
- 17 integrierten Kameras, inklusive 360°-Rundumsicht
Wie läuft ein Rundgang ab?
Die Energy Dogs führen ihre Rundgänge autonom entlang vordefinierter Routen durch. Währenddessen erfassen sie kontinuierlich Daten, die mit Hilfe Künstlicher Intelligenz ausgewertet werden, um Unregelmäßigkeiten automatisch zu erkennen.
Ein Rundgang im Kraftwerk Simmering dauert zum Beispiel rund 90 Minuten, anschließend lädt der Roboter etwa zwei Stunden. Erkennt er während seiner Inspektionstour Abweichungen, werden diese in Echtzeit an das Betriebsteam gemeldet. Über die integrierte Kamera können die zuständigen Mitarbeiter*innen direkt sehen, wo Handlungsbedarf besteht und gezielt reagieren.
Mit jedem Rundgang wächst der Datenbestand, der für KI‑gestützte Modelle genutzt wird und langfristig zu effizienteren Betriebsabläufen beiträgt.
Barrierefreiheit
Es muss natürlich gewährleistet sein, dass Türen sich automatisch öffnen und überall ein stabiles Internet vorhanden ist, damit der Roboterhund seine Runden machen kann.
Vorteile der Energy Dogs
Früherkennung von Störungen
Dank Thermalkamera, Akustiksensoren und Multigasmessung erkennen die Roboter Anomalien frühzeitig und melden sie automatisch.
Entlastung bei Routinetätigkeiten:
Durch autonome Rundgänge übernehmen sie regelmäßige Kontrollaufgaben und geben den Betriebsteams Zeit für komplexere Tätigkeiten.
Erhöhte Arbeitssicherheit
In heiklen Situationen können die Energy Dogs betroffene Bereiche zuerst inspizieren. Das ermöglicht sichere Ferndiagnosen und sorgt dafür, dass sich Mitarbeiter*innen nicht in Gefahrenbereiche begeben müssen.
Sicherung von Know-How:
Mit den Energy Dogs wird bestehende Expertise aus dem Anlagenbetrieb in digitale Systeme überführt und nachhaltig gesichert.
Seit wann gibt es den Energy Dog?

Seit 2021 dreht unser erster Energy Dog seine Runden im größten Kraftwerk des Landes, im Kraftwerk Simmering. Anfangs in einem Pilotprojekt, ab 2023 war er europaweit der erste Roboterhund im Regelbetrieb eines Kraftwerks. Seit seinem Einsatz im Regelbetrieb ist er bei seinen rund 4.000 Rundgängen zu je 90 Minuten bis Anfang 2026 bereits etwa 1.600 Kilometer gelaufen – und damit umgerechnet weiter als von Wien nach Paris!
Mittlerweile haben wir unser Team um ein ganzes Robo-Rudel erweitert: Vier neue Energy Dogs werden aktuell vom Wien Energie Drohnen- und Robotikteam für ihren Einsatz trainiert. Ab 2027 werden sie in den Kraftwerken Simmering und Donaustadt sowie der Müllverbrennungsanlage Flötzersteig zum Einsatz kommen.
Die Roboter wurden vom US-Technologieunternehmen Boston Dynamics entwickelt und für die Implementierung wird auf das Start-Up Smart Inspection zurückgegriffen, welches aus einer Wien Energie #Innovation Challenge entstanden ist. Das „Hunde“-Modell „Spot“ wird bereits weltweit in der Bau- und Energiewirtschaft sowie in der produzierenden Industrie eingesetzt.
Namensfindung
Ihren Namen erhielten die Roboter übrigens durch ein Voting unter der operativen Schichtmannschaft. Einen Spitznamen gibt es auch: E.D.
Roboterhund vs. Mensch: Das sind die Unterschiede

Was unterscheidet die Roboterhunde von ihren menschlichen Kolleg*innen? Hier der ultimative Check in zwölf Punkten, was der Energy Dog kann und wie sich seine Arbeit im Vergleich zum Menschen unterscheidet – oder eben nicht.
1. Schritte pro Tag
| Schrittzahl | Energy Dog | Mensch |
|---|---|---|
| Vergleich | 10.000 | 10.000 |
Ein Mensch sollte pro Tag idealerweise 10.000 Schritte zurücklegen. Soviel wird auch der Energy Dog im Kraftwerk auf seinen täglichen Rundgängen bald absolvieren können.
2. Größe
| Höhe | Energy Dog | Mensch |
|---|---|---|
| Vergleich | 120 cm inclusive Kamera Payload | 173 cm (Durchschnittsgröße lt. ncdrisc) |
3. Hirn-Kapazität
| Datenspeicher | Energy Dog | Mensch |
|---|---|---|
| Vergleich | 1 Terabyte | zwischen 1.000 Gigabyte und 2.000 Terabyte |
4. Auf der Waage
| Gewicht | Energy Dog | Mensch |
|---|---|---|
| Vergleich | 42 kg | 82 kg |
5. Wärmeerkennung
| Weg der Wärmeerkennung | Energy Dog | Mensch |
|---|---|---|
| Vergleich | ja, mittels Thermalkamera | ja, mittels Thermorezeptoren |
6. Geruchssinn
| Wahrgenommene Gerüche | Energy Dog | Mensch |
|---|---|---|
| Vergleich | 3 Gerüche | 1 Billion Gerüche |
7. Sehkraft
| Augen-Anzahl | Energy Dog | Mensch |
|---|---|---|
| Vergleich | 17 „Augen“ | 2 Augen |
8. Schnelligkeit
| Geschwindigkeit | Energy Dog | Mensch |
|---|---|---|
| Vergleich | ca. 6 km/h | rund 15 km/h Laufgeschwindigkeit |
9. Arbeitszeit
| Arbeitszeit | Energy Dog | Mensch |
|---|---|---|
| Arbeitsdauer ohne längerer Verschnaufpause | 1,5 Stunde | 8 Stunden |
10. Arbeits-Temperatur
| Umgebungstemperatur | Energy Dog | Mensch |
|---|---|---|
| Vergleich | -20 bis +45 Grad Betriebstemperaturumgebung | 17 bis 25 Grad optimale Wohlfühltemperatur |
11. Maximale Traglast
| Maximale Traglast | Energy Dog | Mensch |
|---|---|---|
| Last, die getragen werden kann | 14 Kg | 40 Kg* |
12. Wissen
Mit Hilfe Künstlicher Intelligenz hat der Roboterhund das gelernt, was ihm Menschen beigebracht haben. Er kennt sich deshalb perfekt auf seiner Route aus und erkennt Unregelmäßigkeiten. Auf Situationen oder Abweichungen, die ihm nicht beigebracht wurden, kann er selbst nicht reagieren, sondern muss immer sein Herrl oder Frauerl „fragen“.
Menschen hingegen bauen ihr Wissen ständig weiter aus. Sie können autonom komplexe Entscheidungen treffen und situativ auf Unvorhergesehenes reagieren. Wir Menschen besitzen eine periphere Wahrnehmung und können situativ reagieren.“







