Strom- und Gaspreisindex in Österreich

Strom- und Gaspreisindizes zeigen, wie sich Energiepreise am Markt entwickeln. Sie helfen dabei, Preisbewegungen einzuordnen und bilden die Grundlage für unterschiedliche Tarifmodelle.
Aktualisiert am: 26.03.2026
Vier Monitore und ein Laptop zeigen Aktiencharts auf einem Bürotisch mit Papieren, Kaffee und Geräten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein Energiepreisindex zeigt, wie sich Preise für Energie im Zeitverlauf verändern.
  • In Österreich werden der Strompreisindex (ÖSPI) und der Gaspreisindex (ÖGPI) auf Basis von Großhandelspreisen der europäischen Energiebörse EEX berechnet.
  • Die Indizes berücksichtigen nur den reinen Energiepreis – Netzentgelte, Steuern und Abgaben sind nicht enthalten.
  • Unterschiedliche Zeiträume (monatlich, quartalsweise, jährlich) machen sowohl kurzfristige Schwankungen als auch langfristige Trends sichtbar.
  • Für Haushalte sind die Indizes vor allem bei Floater-Tarifen relevant, da sich der Energiepreis hier direkt an die Marktentwicklung anpasst.

Was ist ein Energiepreisindex?

Ein Energiepreisindex ist eine Kennzahl, die Preisentwicklungen im Energiesektor vergleichbar macht. Damit können Preise über einen bestimmten Zeitraum oder zwischen verschiedenen Regionen verglichen werden.

Dafür wird ein Ausgangswert festgelegt (meist 100), auf den sich dann alle weiteren Werte beziehen. Steigt oder sinkt der Index, zeigt das, wie sich die Preise im Vergleich zu diesem Ausgangspunkt verändert haben.

Dadurch wird sichtbar, ob Preise steigen oder fallen, und vor allem in welchem Ausmaß. Gerade im Energiesektor helfen solche Indizes, komplexe Preisbewegungen verständlich darzustellen und Trends frühzeitig zu erkennen.

Wie werden Strom- und Gaspreisindizes berechnet?

In Österreich werden der Strom‑ und der Gaspreisindex von der Österreichischen Energieagentur nach einer einheitlichen, standardisierten Methode berechnet. Grundlage sind die aktuellen Preise am Großhandelsmarkt, also dort, wo Energieunternehmen Strom und Gas einkaufen.

Sowohl der österreichische Gaspreisindex (ÖGPI) als auch der österreichische Strompreisindex (ÖSPI) beruhen auf den Großhandelspreisen der European Energy Exchange (EEX). Die EEX hat ihren Sitz in Leipzig und ist der größte Handelsplatz für Energie in Europa.

Bei der Indexberechnung wird ausschließlich der Preis der Energie selbst berücksichtigt. Kostenbestandteile wie Netzentgelte, Steuern oder Abgaben fließen nicht in die Berechnung ein.

Um unterschiedliche Entwicklungen besser sichtbar zu machen, erstellt die Österreichische Energieagentur drei Indextypen mit unterschiedlichen Zeithorizonten: Es gibt monatliche, quartalsweise und jährliche Werte. So lassen sich sowohl kurzfristige Schwankungen als auch langfristige Trends erkennen.

Welche Strom- und Gaspreisindizes gibt es in Österreich?

In Österreich sind die wichtigsten Indizes der Österreichische Strompreisindex (ÖSPI) und der Österreichische Gaspreisindex (ÖGPI). Beide werden von der Österreichischen Energieagentur veröffentlicht.

  1. ÖSPI – Österreichischer Strompreisindex

    Der Österreichische Strompreisindex (ÖSPI) zeigt, wie sich die Strompreise am Großhandelsmarkt entwickeln. Grundlage dafür sind die Preise an der europäischen Stromhandelsbörse EEX.

  2. ÖGPI – Österreichischer Gaspreisindex

    Der Österreichische Gaspreisindex (ÖGPI) funktioniert nach demselben Prinzip wie der ÖSPI, bezieht sich aber auf den Gasmarkt. Er zeigt die Entwicklung der Großhandelspreise für Gas.

Wichtig: Beide Indizes spiegeln nur die reinen Energiepreise wider, also den Preis für den Strom oder das Gas selbst. Kosten wie Netzentgelte oder Steuern fließen hier nicht ein. Daher zeigen sie nur einen Teil der tatsächlichen Endkundenrechnung, nämlich den, der von den Schwankungen der Großhandelspreise betroffen ist.

CEGIX und EEX – Internationale Energiepreisindizes

Neben den österreichischen Indizes gibt es auch internationale Kennzahlen, die Preisentwicklungen am Energiemarkt sichtbar machen. Dazu zählen zum Beispiel der CEGIX sowie verschiedene Indizes auf Basis der EEX.

Der CEGIX (Central European Gas Hub Index) ist ein Gaspreisindex des Central European Gas Hub, kurz CEGH. Er bildet ab, wie sich Gaspreise am Großhandelsmarkt in Mitteleuropa entwickeln.

  1. Der CEGH Front Month (FM) Index – und Wien Energies OPTIMA Aktiv

Ein spezieller Gasindex ist der CEGH Front Month Index (FM Index). Er zeigt die Preisentwicklung von Gas-Futures für den jeweils nächsten Liefermonat. Gas-Futures sind Terminkontrakte, bei denen der Kauf oder Verkauf von Gas zu einem festgelegten Preis für eine zukünftige Lieferung vereinbart wird.

Dieser Index dient als Referenz für Verträge, die an kurzfristige Großhandelspreise gekoppelt sind. Wien Energie verwendet beispielsweise der CEGH FM 22 Index im Tarifmodell „OPTIMA Aktiv“.

Bei diesem Tarif wird der Arbeitspreis monatlich automatisch an die Entwicklung des FM Index angepasst. Das ermöglicht eine transparente und marktnah gestaltete Preisberechnung für Verbraucher*innen.

Warum verändern sich Energiepreisindizes?

Strom- und Gaspreisindizes reagieren auf viele Faktoren. Besonders deutlich wurde das in den vergangenen Jahren. Geopolitische Ereignisse haben die Gasversorgung in Europa beeinflusst und die Preise sind stark angestiegen.

Da Gas auch für die Stromerzeugung genutzt wird, wirkten sich diese Entwicklungen über das Merit-Order-Prinzip auch auf den Strommarkt aus.

Weitere Einflussfaktoren neben der Verfügbarkeit von Energie sind etwa das Wetter, politische Entscheidungen und wirtschaftliche Entwicklungen.

Aktuelle Entwicklung der Strom- und Gaspreisindizes in Österreich

Die Entwicklung der Energiepreisindizes ist in den letzten Jahren deutlich dynamischer geworden. Vor allem geopolitische Ereignisse haben starke Ausschläge verursacht.

Inzwischen hat sich die Situation teilweise stabilisiert. Neue Bezugsquellen und angepasste Märkte haben dazu beigetragen, die Preise wieder zu senken. Dennoch bleiben die Indizes anfällig für kurzfristige Veränderungen.

Wie wirken sich Strom- und Gaspreisindizes auf Verbraucher*innen aus?

Für Haushalte sind Strom- und Gaspreisindizes vor allem dann relevant, wenn der eigene Energievertrag daran gekoppelt ist. Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Vertragsmodelle: Floater und Fixpreistarife.

Alle Infos dazu gibt's im Blogbeitrag "Floater vs. Fixpreistarif: Welcher Energievertrag passt zu mir?".

Float-Tarife – direkt an den Index gekoppelt

Bei sogenannten Floater ist der Energiepreis direkt an einen Index gebunden. Steigt der Index, steigen auch die Kosten. Sinkt er, wird Energie günstiger. Die Anpassung kann monatlich, quartalsweise oder in anderen Intervallen erfolgen.

Fixpreisverträge – Stabilität unabhängig vom Index

Fixpreisverträge funktionieren anders: Der Preis bleibt über die vereinbarte Laufzeit gleich, unabhängig davon, wie sich die Indizes entwickeln. Das sorgt für Planungssicherheit.

Welchen Anteil hat die Energiekomponente an der Gesamtrechnung?

Der eigentliche Energiepreis macht nur einen Teil der Gesamtkosten aus, etwa 45 Prozent der Gesamtkosten. Der Rest entfällt auf Netzentgelte, Steuern und Abgaben.

Änderungen eines Index wirken sich daher nur auf einen Teil der Rechnung aus – nicht auf den Gesamtbetrag.

Vor- und Nachteile von indexgebundenen Energieverträgen

Indexgebundene Verträge machen Preisentwicklungen transparent und nachvollziehbar. Sie ermöglichen es, direkt von sinkenden Marktpreisen zu profitieren.

Gleichzeitig bringen sie aber auch Unsicherheit mit sich. Steigen die Preise, erhöhen sich auch die Kosten unmittelbar.

Fixpreisverträge bieten hier einen Gegenpol. Sie sorgen für stabile Preise, verzichten aber auf mögliche Einsparungen bei fallenden Märkten.

Welche Variante besser passt, hängt daher stark von den eigenen Bedürfnissen und der gewünschten Planungssicherheit ab. 

Fazit

Energiepreisindizes machen Preisentwicklungen am Energiemarkt sichtbar. Sie zeigen, wie sich die reinen Großhandelspreise für Strom und Gas verändern. Das hilft, Ausschläge am Markt besser zu verstehen und Trends frühzeitig zu erkennen.

Für Haushalte sind diese Indizes vor allem dann wichtig, wenn der eigene Vertrag daran gekoppelt ist. Bei Floater-Tarifen wirken sich Preisänderungen direkter aus. Bei Fixpreistarifen bleibt der Preis dagegen für eine bestimmte Zeit stabil.

Wichtig ist auch: Der Index betrifft nur den reinen Energiepreis. Netzentgelte, Steuern und Abgaben kommen zusätzlich zu den Energiekosten dazu.

Strom- & Gaspreisindizes Österreich » ÖSPI, ÖGPI & Co. erklärt