Glasfaser vs. Kupfer: Was ist der Unterschied?
Schnelles Internet beginnt mit der richtigen Technologie. Wir zeigen, wie sich Glasfaser und Kupfer unterscheiden und warum der Glasfaserausbau in Wien voranschreitet.
Das Wichtigste in Kürze:
- Glasfaser überträgt Daten mit Licht, Kupfer mit elektrischen Signalen.
- Glasfaser bietet höhere Geschwindigkeiten und mehr Bandbreite.
- Kupfer ist störanfälliger und verliert über längere Strecken an Leistung.
- FTTH-Anschlüsse liefern die beste Performance, da Glasfaser bis in die Wohnung reicht.
- Der Glasfaserausbau in Wien wird laufend vorangetrieben.
Schnelles und stabiles Internet ist heute wichtiger denn je – und gerade in Wien tut sich in Sachen Netzausbau viel. Während Kupferleitungen lange Zeit die Standard-Technologie waren, rückt Glasfaser immer mehr in den Mittelpunkt.
Aber was genau unterscheidet die beiden Technologien? In diesem Beitrag schauen wir uns beide ganz genau an und erklären, wie Glasfaser und Kupfer in Wien miteinander verbunden sind.
Glasfaser vs. Kupfer auf einen Blick
| Merkmal | Kupfer | Glasfaser |
|---|---|---|
| Geschwindigkeit | Bis ca. 250 Mbit/s (DSL/VDSL) | Bis zu mehreren Gbit/s |
| Bandbreite | Eingeschränkt, asymmetrisch | Sehr hoch, symmetrisch |
| Reichweite | Max. wenige Kilometer, stark signalabhängig | Sehr groß, kaum Verlust über lange Strecken |
| Störanfälligkeit | Hoch (elektromagnetische Einflüsse) | Sehr gering (kaum Störungen) |
| Lebensdauer | Ca. 20-30 Jahre | Über 40 Jahre |
| Kosten | Niedriger Anschaffungspreis, höhere Wartungskosten | Höhere Anfangsinvestition, geringere Betriebskosten |
| Zukunftssicherheit | Begrenzt, technisch veraltet | Hoch, für steigende Datenmengen ausgelegt |
Wie überträgt Kupfer Daten?
Kupferleitungen übertragen Daten als elektrische Signale. Diese Technologie ist seit Jahrzehnten Standard für Telefon- und Internetanschlüsse und bildet die Basis für DSL- und VDSL-Verbindungen.
Kupferkabel sind jedoch anfällig für Signalverluste und elektromagnetische Störungen. Außerdem sind die maximal möglichen Geschwindigkeiten und Reichweiten aufgrund der physikalischen Eigenschaften der elektrischen Übertragung begrenzt.
Wie überträgt Glasfaser Daten?
Glasfaser nutzt Lichtsignale, die durch dünne Glasfasern – sogenannte Lichtwellenleiter – geleitet werden. Die Daten werden als schnelle Lichtimpulse übertragen, was extrem hohe Übertragungsgeschwindigkeiten und große Reichweiten ermöglicht.
Glasfaser ist kaum anfällig für Störungen von außen. Deshalb bleibt die Verbindung auch bei hoher Nutzung stabil. Wer Genaueres zur Glasfaser-Technologie wissen möchte, sollte unseren Beitrag „Was ist Glasfaser-Internet? Funktionsweise & Vorteile“ lesen.
Glasfaser vs. Kupfer: Die konkreten Unterschiede
Geschwindigkeit und Bandbreite
Glasfaser übertrifft Kupfer deutlich in Geschwindigkeit und Bandbreite. Während Kupferleitungen für DSL-Anschlüsse meist auf maximal 250 Mbit/s begrenzt sind, sind mit Glasfaser Übertragungsraten von mehreren Gigabit pro Sekunde möglich – und das symmetrisch bei Upload und Download.
Reichweite und Signalverlust
Kupferleitungen sind nur über relativ kurze Distanzen zuverlässig einsetzbar, da die elektrischen Signale mit zunehmender Kabellänge an Stärke verlieren.
Glasfaser hingegen ermöglicht eine nahezu verlustfreie Datenübertragung über viele Kilometer, da Lichtsignale kaum an Intensität verlieren und nicht von elektromagnetischen Störungen beeinträchtigt werden.
Wenn jedoch die Glasfaserleitung nicht direkt bis zum Endgerät reicht, sondern an einem Übergabepunkt auf Kupferkabel trifft – beispielsweise bei FTTC (Fiber to the Curb) oder FTTB (Fiber to the Building) – wird das schnelle Lichtsignal in elektrische Signale umgewandelt. Dieser Übergang verursacht den sogenannten „Glasfaser auf Kupfer Verlust“.
Dabei verringert sich die verfügbare Bandbreite und die maximale Geschwindigkeit sinkt. Außerdem wird die Verbindung instabiler. Je länger die Kupferleitung, desto größer ist der Signalverlust. Für maximale Leistung ist deshalb ein reiner Glasfaseranschluss bis ins Haus (FTTH) die beste Wahl.
Stabilität und Störanfälligkeit
Kupferleitungen können durch äußere Einflüsse wie Elektromagnetismus oder Wetterbedingungen beeinträchtigt werden, was zu Verbindungsabbrüchen oder Geschwindigkeitseinbußen führt. Glasfaser hingegen ist weniger störanfällig, da Lichtsignale nicht von elektromagnetischen Einflüssen betroffen sind.
Kosten im Vergleich
Früher war „Kupfer“-Internet im Vergleich zu Glasfaser etwas billiger, mittlerweile sind die Kosten aber sehr ähnlich.
Zukunftssicherheit
Kupfertechnologie stößt zunehmend an ihre technischen Grenzen und wird schrittweise ersetzt. Glasfaser ist zukunftssicher und für die steigenden Anforderungen an Bandbreite und Geschwindigkeit ausgelegt.
Glasfaser und Kupfer im selben Haus: Wie passt das zusammen?
Die letzte Meile: Wo Glasfaser endet und Kupfer beginnt
Nicht jeder Glasfaser-Internetanschluss besteht durchgehend aus Glasfaser. Oft kommt Glasfaser zwar schon bis in die Nähe des Gebäudes oder sogar bis in den Keller, die letzte Strecke bis in die Wohnung läuft aber weiterhin über bestehende Kupferleitungen. Genau dieser letzte Abschnitt wird häufig als „letzte Meile“ bezeichnet.
Je nachdem, wie weit die Glasfaserleitung reicht, unterscheidet man verschiedene Anschlussarten:
- FTTH (Fiber to the Home): Die Glasfaserleitung reicht direkt bis in die Wohnung oder ins Haus. Das ist die leistungsstärkste Variante, weil die Daten durchgehend über Glasfaser übertragen werden.
- FTTB (Fiber to the Building): Die Glasfaserleitung endet im Gebäude, zum Beispiel im Keller oder Technikraum. Von dort werden die Daten über die vorhandenen Leitungen im Haus weiterverteilt, häufig noch über Kupfer.
- FTTC (Fiber to the Curb): Die Glasfaserleitung reicht bis zu einem Verteilerkasten in der Nähe des Hauses. Die restliche Strecke bis zum Anschluss erfolgt über Kupferleitungen.
Je kürzer der Kupferanteil ist, desto besser können Geschwindigkeit und Stabilität der Glasfaser genutzt werden. Ein Anschluss, bei dem Glasfaser direkt bis in die Wohnung reicht, bietet daher die beste Leistung.
Noch ist diese Variante aber nicht überall Standard, weil der Ausbau Schritt für Schritt erfolgt und bestehende Gebäude unterschiedlich vorbereitet sind.
Was passiert beim Übergang von Glasfaser auf Kupfer?
Der Übergang von Glasfaser- auf Kupferkabel erfolgt technisch über spezielle Medienkonverter oder Netzwerkgeräte, die das Lichtsignal in elektrische Signale umwandeln. Dabei kann es zu Signalverlusten und reduzierter Geschwindigkeit kommen, was den Vorteil der Glasfaser teilweise schmälert.
Ein technisch sauberer Anschluss sorgt jedoch dafür, dass die Datenübertragung möglichst effizient erfolgt und Verluste minimiert werden. Trotzdem: Glasfaser direkt bis in die Wohnung (FTTH) ist die beste Lösung, um maximale Leistung zu erhalten.
Warum gibt es noch Kupfer, wenn Glasfaser besser ist?
Kupferleitungen gibt es noch, weil sie über viele Jahre die Grundlage für Telefon- und Internetanschlüsse waren und somit in vielen Gebäuden bereits vorhanden sind. Es handelt sich also um eine vorhandene Infrastruktur, die während des Glasfaser-Ausbaus weiter genutzt wird. Ein vollständiger Umstieg auf Glasfaser ist nämlich recht aufwändig.
Damit Glasfaser bis in ein Haus oder eine Wohnung kommt, sind neue Hausanschlüsse oder andere Anpassungen innerhalb des Gebäudes notwendig. Außerdem braucht es oft völlig neue Leitungen im öffentlichen Raum.
Dafür müssen Strecken geplant, Genehmigungen eingeholt und in manchen Fällen Straßen oder Gehsteige geöffnet werden. Besonders in einer dicht bebauten Stadt wie Wien ist das mit viel Koordination verbunden.
Deshalb erfolgt der Glasfaserausbau Schritt für Schritt. Langfristig ist Glasfaser aber die leistungsfähigere und zukunftssichere Technologie!
Glasfaser in Wien: Der Ausbau schreitet voran
Wien Energie bietet mit den „SuperSchnell“-Tarifen leistungsstarkes Internet über Glasfaser an. Ob ein Anschluss bereits möglich ist, kann man hier beim Verfügbarkeits-Check prüfen.
Damit künftig noch mehr Wiener*innen schnelles und stabiles Internet nutzen können, bauen wir das Glasfasernetz weiter aus. Dabei nutzen wir gezielt Synergien mit anderen Infrastrukturprojekten: Überall dort, wo wir neue Fernwärmeleitungen errichten und dafür Straßen oder Gehsteige geöffnet werden, werden Glasfaserleitungen gleich mitverlegt.
So wächst die Glasfaser-Infrastruktur gemeinsam mit anderen wichtigen Netzen der Stadt. Dadurch vermeiden wir zusätzliche Bauarbeiten und bringt moderne Internetanschlüsse nach und nach in immer mehr Haushalte.
Fazit
Kupferleitungen haben den Ausbau von Telefonie und Internet über Jahrzehnte geprägt, stoßen jedoch zunehmend an ihre technischen Grenzen. Glasfaser bietet deutlich höhere Geschwindigkeiten, mehr Stabilität und ausreichend Kapazität für die wachsenden digitalen Anforderungen von Haushalten und Unternehmen.
In Wien treiben wir deshalb den Ausbau des Glasfasernetzes kontinuierlich voran. Durch die Nutzung von Synergien mit anderen Infrastrukturprojekten entstehen moderne Internetanschlüsse effizient und nachhaltig. Je weiter die Glasfaser bis zum Endanschluss reicht, desto stärker profitieren Kund*innen von den Vorteilen dieser zukunftssicheren Technologie.


