Blackout: Wien bleibt nie lange im Dunklen!
Ein Blackout ist ein großflächiger Stromausfall, der ganze Kontinente betreffen kann. Das Thema Blackout ist spätestens seit dem europaweiten Beinahe-Stromausfall von Jänner 2021 und Blackout in Spanien 2025 in aller Munde. So sichert sich Wien ab.
Das Wichtigste in Kürze
- Blackout-Definition: Ein großflächiger Stromausfall, der ganze Länder oder Kontinente betreffen kann – mit massiven Auswirkungen auf Infrastruktur, Wirtschaft und Alltag.
- Ursachen: Frequenzstörungen im Stromnetz, Ungleichgewicht zwischen Stromerzeugung und -verbrauch, wetterabhängige Einspeisung erneuerbarer Energien.
- Dauer: Regionale Ausfälle dauern meist Stunden, ein europaweiter Blackout kann bis zu einer Woche andauern.
- Wien ist vorbereitet: Schwarzstartfähige Kraftwerke (Simmering, Donaustadt) sichern kritische Infrastruktur. Regelmäßige Trainings und Engpassmanagement schützen präventiv.
- Beispiele: Blackout in Spanien (April 2025) mit bis zu 24 Stunden Ausfallzeit; Beinahe-Blackout in Europa (Jänner 2021) konnte durch rasche Maßnahmen verhindert werden.
Was ist ein Blackout?
Als Blackout bezeichnet man einen großflächigen Stromausfall, der ganze Städte, Länder oder sogar Kontinente betreffen kann. Dabei wäre die Stromversorgung sowohl für private Haushalte, als auch für den öffentlichen Bereich unterbrochen. Es würde sowohl zu schwerwiegenden Folgen wie dem Ausfallen von Ampeln, Aufzügen und dem Telefonnetz, als auch kleineren persönlichen Tragödien wie dem Ausfallen des Kühlschranks kommen.
Das kann zu Panik und Chaos auf den Straßen führen, was Verkehrsunfälle und Verletzte zur Folge haben würde. Und auch die wirtschaftlichen Folgen wären beachtlich – würde österreichweit einen Tag lang der Strom komplett ausfallen, läge der wirtschaftliche Schaden bei rund 1,2 Milliarden Euro.
Welche Ursachen kann ein Blackout haben?
Normalerweise fließt Strom mit 50 Hertz durch die Leitungen. Ein Problem entsteht, wenn es zu Frequenzstörungen kommt. Wird also dem Netz beispielsweise mehr Strom entnommen als zugeführt wird, fällt es aus dem Gleichgewicht und es kann zu einem Störfall kommen. Kleine Abweichungen können abgepuffert werden, aber zu großes Ungleichgewicht führt zu einem Zusammenbruch des Netzes. Solche Ungleichgewichte können aus diversen Gründen passieren.
Auch stellen erneuerbare Energien, die von Umweltbedingungen abhängig sind, eine Herausforderung dar, die man beim Systembetrieb berücksichtigen muss: An windigen und sonnigen Tagen wird mehr Strom produziert als an windstillen Regentagen. Trotzdem bleibt erneuerbare Energie die beste Lösung für den Klimaschutz, denn durch den Klimawandel bedingte extreme Wetterbedingungen sind mindestens genauso gefährlich für das Stromnetz - und noch gefährlicher für die Menschheit.
Wie lange dauert ein Blackout?
Wie lange ein Blackout dauert, sollte er eintreten, ist schwer zu sagen. Regionale Ausfälle können in der Regel in wenigen Stunden behoben werden, ein österreichweiter Blackout innerhalb weniger Tage. Sollte in ganz Europa der Strom ausfallen, könnte es auch eine Woche dauern, bis die stabile Energieversorgung wieder hergestellt ist.
Was passiert bei einem Blackout in Wien?
Sobald es zu einer größeren Störung des Stromnetzes kommt, werden Wien Energie, Wiener Netze und der Übertragungsnetzbetreiber APG gemeinsam aktiv. Es wird mithilfe der Wien Energie-Kraftwerke Simmering und Donaustadt eine regionale Versorgungsinsel errichtet, die mit rund 600 Megawatt kritische Infrastruktur in der Stadt, wie zum Beispiel Krankenhäuser, wieder mit Energie versorgen kann. Das ist auch bei einem Blackout möglich, weil die Kraftwerke schwarzstartfähig sind – das bedeutet, dass sie lokal und unabhängig vom allgemeinen Stromnetz hochgefahren werden können. So kann für Wien eine Übergangslösung geschaffen werden, bis das Stromnetz wieder stabil läuft.
Es wird aber schon eingegriffen, bevor es zu einer wirklichen Notsituation kommt. Die Kraftwerke von Wien Energie werden regelmäßig – bis zu 240-mal pro Jahr – zum sogenannten Engpassmanagement kurzfristig eingeschaltet. Sie liefern eine Netzreserve, wenn die Belastung des Stromnetzes vorübergehend zu hoch wird, und können so vor Stromausfällen schützen. Damit das möglich ist, sind die beiden Kraftwerke rund um die Uhr besetzt, und die bestens geschulten Mitarbeiter*innen behalten auch kleine Veränderungen wie Wetterumschwünge im Auge. Außerdem trainieren sie regelmäßig das Szenario eines Blackouts, um bestens darauf vorbereitet zu sein.
Was ist beim Blackout in Spanien am 28. April 2025 passiert?
Am 28. April 2025 kam es um 12:33 Uhr MESZ zu einem großflächigen Stromausfall. Dieser betraf die gesamte Iberische Halbinsel, also Spanien, Portugal und Andorra, sowie Teile Südwestfrankreichs. Innerhalb von Sekunden nach dem Blackout wurde die Hochspannungs-Gleichstromverbindung (HGÜ) zwischen Spanien und Frankreich getrennt, wodurch ein größerer Blackout vermieden werden konnte.
In den meisten Regionen dauerte der Stromausfall etwa zehn Stunden. Bis zu 24 Stunden dauert es, um die Störungen in allen Regionen wieder ganz herzustellen. Der Ausfall führte zu erheblichen Störungen im öffentlichen Leben. U-Bahnen mussten evakuiert werden, Ampeln fielen aus und das Telefonnetz funktionierte nicht mehr. Krankenhäuser mussten auf Notstromgeneratoren zurückgreifen.
Die spanische Regierung teilte mit, dass der Stromausfall durch eine Störung im Umspannwerk in Granada verursacht wurde. Kurz darauf folgten Störungen in Badajoz und Sevilla, die schließlich zum Blackout führten. Die detaillierte Ursachenforschung läuft aktuell noch, der europäische Verband der Übertragungsnetzbetreiber „ENTSO-E“ hat dazu ein Expert*innen-Panel eingerichtet. Die Ergebnisse werden für Anfang 2026 erwartet.
Was ist bei dem Beinahe-Blackout am 8. Jänner 2021 passiert?
Am 8.1.2021 um 14:05 wurde das europäische Stromnetz in zwei Hälften geteilt. Die Trennlinie führte durch die Länder Kroatien, Serbien und Rumänien. Ausgelöst wurde dieser Vorfall durch eine Überlastung im kroatischen Stromnetz, die zu einer europaweiten Kettenreaktion geführt hat. Energie aus dem Gebiet südlich der plötzlichen, neuen Grenze, die in den Norden hätte, transportiert werden sollen, konnte daraufhin nicht mehr weiter fließen und sorgte auch dort für ein Frequenz-Ungleichgewicht.
Daraufhin begannen sofort europaweite sowie österreichweite Sofortmaßnahmen zu greifen. Große Stromverbraucher wurden vorübergehend vom Netz genommen, und schwarzstartfähige Kraftwerke, wie jene von Wien Energie, nahmen zur Unterstützung den Betrieb auf. So konnte das europäische Stromnetz innerhalb von nur etwa einer Stunde wieder stabilisiert werden – zur Erleichterung aller.
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Fazit
Wien zählt zu den bestvorbereiteten Städten Europas, wenn es um die Gefahr eines Blackouts geht. Durch hochmoderne, schwarzstartfähige Kraftwerke, ein engmaschiges Überwachungssystem und regelmäßige Notfallübungen kann die Stadt im Ernstfall schnell reagieren und kritische Infrastruktur aufrechterhalten.
Trotz der Herausforderungen durch den Klimawandel und die Integration erneuerbarer Energien zeigt sich: Wien bleibt auch im Dunkeln nicht lange ohne Licht – und setzt damit ein starkes Zeichen für Sicherheit und Resilienz in der Energieversorgung. Das Wiener Stromnetz ist eines der besten und sichersten auf der ganzen Welt. Sollte es doch einmal zu einem großflächigen Stromausfall kommen, ist die Stadt durch eine Vielzahl an Maßnahmen und Schutzmechanismen gut vorbereitet. Darüber hinaus haben wir eine Checkliste für den Ernstfall zusammengestellt.


