Beleuchtung nach Räumen: Welches Licht passt wohin und was spart Strom?

Eine energiesparende Beleuchtung im eigenen Zuhause ist mittlerweile mit wenigen Handgriffen möglich. Jedoch gibt es auch bei LED-Lampen eine große Bandbreite an Auswahl. Welches Licht sich also für welchen Raum eignet, haben wir hier zusammengefasst.
Aktualisiert am: 02.11.20263 Min. Lesezeit
Lampen hängen in unterschiedlicher Anordnung über einem Tisch

Das Wichtigste in Kürze:

  • LED-Lampen sparen Strom. Sie benötigen deutlich weniger Energie als herkömmliche Glühbirnen und haben eine längere Lebensdauer.
  • Die Lichtfarbe sollte zum Raum passen. Warmweißes Licht mit 2.700 bis 3.200 Kelvin eignet sich besonders für Wohn- und Schlafzimmer, neutral-weißes Licht mit 3.500 bis 5.000 Kelvin für die Küche.
  • Gezielte Beleuchtung kann Strom sparen. Mehrere bedarfsgerecht eingesetzte Lichtquellen können effizienter sein als eine starke Leuchte.
  • Tageslicht und automatische Steuerung helfen beim Energiesparen. Freie Fensterflächen sorgen dafür, dass mehr natürliches Licht in den Raum gelangt. Bewegungsmelder, Zeitschalter und smarte Beleuchtung reduzieren unnötige Betriebszeiten.
  • Ausschalten und Dimmen lohnt sich. Dimmbare LEDs benötigen bei geringerer Helligkeit in der Regel weniger Strom.

Die richtige Beleuchtung sorgt für Wohnkomfort und hilft beim Energiesparen. Gleichzeitig macht Beleuchtung rund zehn Prozent der Stromkosten in einem Haushalt aus. Die Wahl der Leuchten und Leuchtmittel wirkt sich daher direkt auf den Stromverbrauch aus.

Tageslicht nutzen

Sonnenlicht strömt durch ein Fenster auf ein ungemachtes Bett mit zerknitterten Laken und Kissen.

Deshalb hier gleich der wichtigste Tipp: Wo es geht, sollte man Tageslicht nutzen. Je mehr natürliches Licht in einen Raum gelangt, desto seltener wird künstliche Beleuchtung benötigt und desto geringer fällt die Stromrechnung aus.

Freie Fensterflächen helfen dabei, das Tageslicht optimal zu nutzen. Vorhänge, Jalousien oder Dekorationen sollten den Lichteinfall möglichst wenig einschränken.

Darüber hinaus unterstützt Tageslicht den natürlichen Biorhythmus und erhöht das Wohlbefinden.

Wo nicht genug Tageslicht hinkommt, sollte man LED-Lampen benutzen. Sie benötigen deutlich weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen und erreichen bei gleichem Energieeinsatz eine höhere Lichtausbeute. Zudem halten sie wesentlich länger.

Doch nicht jedes Licht passt in jeden Raum. Lichtfarbe, Helligkeit und Platzierung sollten auf die jeweilige Nutzung abgestimmt sein.

Kelvin und Lumen: Was ist der Unterschied?

Bevor wir starten, hier zur Erinnerung: Lichtfarbe und Helligkeit sind nicht dasselbe. Deshalb gibt es dafür auch unterschiedliche Einheiten, nämlich Kelvin und Lumen. Beim Lampenkauf tauchen diese Angaben unweigerlich auf.

Kelvin (K) gibt bei Lampen die Farbtemperatur beziehungsweise Lichtfarbe an. Niedrige Werte wirken warm und gemütlich. Hohe Werte wirken kühler.

  • Warmweiß: 2.700 bis 3.200 Kelvin
  • Neutralweiß: 3.500 bis 5.000 Kelvin
  • Kaltweiß: über 5.000 Kelvin

Lumen (lm) gibt hingegen die Helligkeit an. Je höher der Lumen-Wert, desto mehr Licht erzeugt die Lampe.

Lichtfarbe, Helligkeit und Position der Leuchten sollten immer auf die Nutzung des Raums abgestimmt sein.

Welche Beleuchtung sich für die wichtigsten Wohnbereiche eignet, zeigt der folgende Überblick.

  1. Wohnzimmer: gemütliches Licht, das sich anpassen lässt

    Im Wohnzimmer steht eine angenehme Atmosphäre im Vordergrund. Deshalb eignet sich warmweißes Licht besonders gut. Als Richtwert gelten 2.700 bis 3.200 Kelvin.
    Für eine flexible Beleuchtung empfiehlt sich die Kombination mehrerer Lichtquellen. Eine Deckenleuchte sorgt für Grundhelligkeit. Steh-, Tisch- oder Wandleuchten setzen zusätzliche Lichtakzente.
    Dimmbare LED-Leuchten bieten zusätzlichen Komfort. Die Helligkeit lässt sich je nach Situation anpassen. So entsteht beim Lesen ein anderes Lichtbild als bei einem gemütlichen Fernsehabend.
    Spart Dimmen wirklich Strom?
    Ja. Moderne LED-Lampen verbrauchen beim Dimmen in der Regel weniger Strom. Sinkt die Helligkeit, reduziert sich meist auch die Leistungsaufnahme.
    Rund um das Thema Dimmen halten sich viele Irrtümer. Tatsächlich sparen LED-Leuchten im Gegensatz zu älteren Leuchtmitteln häufig Energie, wenn sie gedimmt werden. Wie groß die Ersparnis ausfällt, hängt vom jeweiligen Leuchtmittel und Dimmsystem ab.

  2. Esszimmer: Licht über dem Tisch

    Im Esszimmer sollte sich die Beleuchtung auf den Tisch konzentrieren. Dafür eignen sich Hängeleuchten besonders gut.
    Als Faustregel gilt ein Abstand von etwa 60 bis 70 Zentimetern zwischen Tischplatte und Leuchte. Das Licht blendet dadurch weniger und verteilt sich gleichmäßiger.
    Die benötigte Helligkeit hängt von der Tischgröße und den persönlichen Vorlieben ab. Für die meisten Esstische sind insgesamt etwa 700 bis 1.500 Lumen ausreichend.
    Warmweißes Licht schafft auch im Essbereich eine angenehme Atmosphäre.

  3. Küche: Arbeitslicht statt einer großen Deckenlampe

    Die Küche ist Arbeitsraum und Wohnraum zugleich. Deshalb reicht eine einzelne Deckenleuchte oft nicht aus.
    Wichtige Arbeitsbereiche sollten gezielt beleuchtet werden. Dafür eignen sich Lichtleisten, Einbauleuchten oder LED-Unterbauleuchten unter Hängeschränken.
    Auf Arbeitsflächen ist neutralweißes Licht zwischen 3.500 und 5.000 Kelvin sinnvoll. Es verbessert die Sicht und erleichtert viele Tätigkeiten.
    Warum mehrere Lichtquellen sparsamer sind als eine starke
    Eine einzelne starke Leuchte erhellt oft den gesamten Raum. Das ist jedoch nicht immer notwendig.
    Effizienter ist eine zonenweise Beleuchtung. Arbeitsflächen werden nur dort beleuchtet, wo tatsächlich Licht benötigt wird. Dadurch sinkt der Stromverbrauch.
    Dieses Prinzip eignet sich besonders für große Wohnküchen oder offene Wohnbereiche.

  4. Badezimmer: gute Allgemeinbeleuchtung und Licht am Spiegel

    Im Badezimmer braucht es sowohl eine Grundbeleuchtung als auch gezieltes Licht am Spiegel.
    Für die Allgemeinbeleuchtung eignen sich Downlights oder in die Decke integrierte Spots. Sie sorgen für eine gleichmäßige Ausleuchtung des Raums.
    Zusätzlich sollte der Spiegel gut beleuchtet werden. Ideal sind Leuchten seitlich oder seitlich und oberhalb des Spiegels. So entstehen weniger Schatten im Gesicht.
    Für die tägliche Pflege, das Rasieren oder Schminken sind natürliche Lichtverhältnisse besonders wichtig.

  5. Schlafzimmer: indirektes, warmes Licht

    Im Schlafzimmer sorgt warmweißes Licht für eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Empfehlenswert sind Farbtemperaturen zwischen 2.700 und 3.200 Kelvin.
    Besonders angenehm wirkt indirekte Beleuchtung. LED-Strips hinter Möbeln oder Bettkopfteilen erzeugen ein weiches Licht. Auch Wandleuchten eignen sich für diesen Bereich.
    Ergänzend kann eine separate Leselampe für gezieltes Licht sorgen.

  6. Arbeitsplatz und Homeoffice

    An einem Arbeitsplatz stehen gute Sichtverhältnisse im Vordergrund. Dafür eignet sich neutralweißes Licht zwischen 3.500 und 5.000 Kelvin. Diese Lichtfarbe wirkt sachlich und unterstützt konzentriertes Arbeiten.
    Neben der Raumbeleuchtung ist eine zusätzliche Schreibtischleuchte sinnvoll. Sie beleuchtet gezielt die Arbeitsfläche. Dadurch erhöht sich der Sehkomfort.
    Gleichzeitig muss nicht der gesamte Raum übermäßig hell beleuchtet werden

  7. Gang, Stiegenhaus und Keller

    In Gang, Stiegenhaus oder Keller brennt Licht häufig länger als nötig.
    Bewegungsmelder schaffen hier Abhilfe. Das Licht wird nur dann eingeschaltet, wenn sich Personen im Raum befinden. Anschließend schaltet es sich automatisch wieder aus.
    Auch Zeitschalter oder smarte Beleuchtungssysteme können den Stromverbrauch reduzieren. Sie verhindern unnötige Betriebszeiten und erhöhen den Komfort.

Licht ausschalten

Lichtschalter wird ausgeschaltet.

Die wirksamste Energiesparmaßnahme ist gleichzeitig die einfachste: Licht ausschalten, wenn ein Raum verlassen wird.

Selbst energieeffiziente LED-Lampen verbrauchen Strom, solange sie eingeschaltet sind. Viele kleine Einsparungen summieren sich im Laufe des Jahres zu einem spürbaren Unterschied.

Mehr Informationen bietet der Blogbeitrag zum Thema Licht ein- und ausschalten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Fazit

Die richtige Beleuchtung verbindet Wohnkomfort mit Energieeffizienz. Entscheidend sind Lichtfarbe, Helligkeit und Position der Leuchten. Sie sollten zum jeweiligen Raum und seiner Nutzung passen. LEDs, Tageslicht und die gezielte Beleuchtung einzelner Bereiche helfen dabei, den Stromverbrauch zu reduzieren. Auf angenehmes Licht muss dabei nicht verzichtet werden.

Im Alltag lässt sich mit einfachen Maßnahmen Energie sparen. Tageslicht kann den Bedarf an künstlicher Beleuchtung reduzieren. Licht sollte sowieso nur dort eingeschaltet sein, wo es tatsächlich benötigt wird. Und beim Verlassen eines Raumes sollte es wieder ausgeschaltet werden. Viele kleine Einsparungen können sich im Laufe des Jahres zu einem spürbaren Unterschied summieren.

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