Müllverbrennungsanlage Simmeringer Haide

Am Standort Simmeringer Haide werden gefährliche Abfälle, Klärschlamm und Hausmüll umweltfreundlich entsorgt.

Ein internationales Vorbild

Abfallbehandlungsanlage Simmeringer Haide
Copyright: Wien Energie/Christian Houdek
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In der Sonderabfall- und Klärschlammverbrennungsanlage Simmeringer Haide werden jährlich knapp 100.000 Tonnen Hausmüll, 110.000 Tonnen Gewerbe- und Industrieabfälle sowie über 225.000 Tonnen Klärschlamm verarbeitet. Die Anlage hat für fast alle Abfallarten eine Genehmigung zur Sammlung bzw. Behandlung. Die wesentlichen Ausnahmen sind radioaktive und explosionsgefährliche Abfälle.
 

Bei der thermischen Behandlung entstehen rund:

  • 450.000 Megawattstunden Fernwärme und
  • 50.000 Megawattstunden Strom

Die Geschichte vom Werk "Simmeringer Haide"

Mitte der 70er Jahre war die Stadt Wien vor die Aufgabe gestellt, den in der Bundeshauptstadt anfallenden Klärschlamm umweltgerecht und nachhaltig zu entsorgen. Nach eingehenden Untersuchungen entschloss man sich, diese Entsorgung im Wege einer Frischschlammverbrennung durchzuführen.

Am Standort Simmeringer Haide werden gefährliche Abfälle umweltfreundlich entsorgt.
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Da im Ballungsraum Wien zeitgleich Bedarf an einer Sonderabfallverbrennungsanlage bestand, wurde die Klärschlamm- mit der Sonderabfallverbrennungsanlage kombiniert. Im Juni 1980 nahmen die Entsorgungsbetriebe Simmering (EbS) und die Hauptkläranlage Wien (HKA) ihren Betrieb auf.
 


Der Zusammenschluss der Entsorgungsbetriebe Simmering und der Hauptkläranlage Wien galt von Anfang an nicht nur in Österreich, sondern auch international als vorbildlich. Die neue Anlage war hinsichtlich Konzeption und Größe ein Novum und ihrer Zeit voraus. Durch die Kombination von thermischer Klärschlamm- und Sonderabfallbehandlung konnten die Investitionen und Betriebskosten gegenüber separat ausgeführten Anlagen minimiert werden.

Seit der Erstinbetriebnahme im Jahre 1980 wurden laufend Verbesserungen, Erweiterungen und Anpassungen der thermischen Behandlungs-, Rauchgas- und Abwasserreinigungsanlagen an den letzten Stand der Technik angepasst.

Im Jahr 2000 wurde die thermische Klärschlamm- und Sonderabfallbehandlungsanlage der Entsorgungsbetriebe Simmering von Wien Energie, die auch die thermischen Abfallbehandlungsanlagen Spittelau, Flötzersteig und Pfaffenau betreibt, übernommen und wird seitdem unter der Bezeichnung „Werk Simmeringer Haide" weitergeführt.

Wie aus Abfall Wärme wird

Die angelieferten Abfälle werden zunächst einer umfassenden Qualitätskontrolle unterzogen und je nach ihrer Beschaffenheit in verschiedene Lagerbereiche eingelagert. Die gefährlichen Abfälle werden in zwei Drehrohrofenlinien bei etwa 1.200 Grad Celsius thermisch behandelt. Die jährlich etwa zwei Millionen Kubikmeter Klärschlamm der Hauptkläranlage Wien werden durch Zentrifugen entwässert und bei etwa 950 Grad Celsius in insgesamt vier Wirbelschichtofenlinien thermisch behandelt. Im Wirbelschichtofen 4 wird zusätzlich aufbereiteter Hausmüll der Stadt Wien behandelt.

Drehrohrofen in der Simmeringer Haide
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Ein Wasserbad kühlt die entstandenen Schlacken aus Drehrohrofenlinien von über 1.200 Grad Celsius schlagartig auf Außentemperatur ab. Dadurch verglasen die Schlacken und es können keine gefährlichen Schwermetalle austreten. Somit sind die Schlacken ungefährlich und können im Deponiebau verwendet werden.
 

Nach allen sechs Ofenlinien wird über einen Wärmetauscher Energie gewonnen und die übrig bleibenden Rauchgase werden in einer mehrstufigen Rauchgasreinigungsanlage behandelt. Ein Elektrofilter trennt zunächst Stäube ab, danach erfolgt eine vierstufige Nasswäsche, die Schwefeldioxid, Chlorwasserstoff, Fluorwasserstoff, Feinstaub und verschiedene Schwermetalle abtrennt.

Eingehende Qualitätskontrolle
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Die bei der Rauchgaswäsche entstandenen Abwässer werden aufbereitet, durch chemische Fällungsreaktionen entsteht Filterkuchen. Der nassen Rauchgaswäsche ist ein Aktivkoksfilter nachgeschaltet, der die Reste von Dioxinen, Quecksilber und Schwefeldioxid entfernt.
 

Die Reinigung der Rauchgase wird in einer katalytischen Entstickungsanlage abgeschlossen, in der die entstandenen Stickoxide entfernt werden.

Insgesamt verfügt die Simmeringer Haide über eine der modernsten Rauchgasreinigungsanlagen – die Einhaltung der europaweit strengsten Emissionsauflagen wird problemlos erreicht.

Europaweit einzigartig

Rund-um-die-Uhr-Überwachung in der Simmeringer Haide
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Die Sonderabfall- und Klärschlammverbrennungsanlage von Wien Energie in der Simmeringer Haide ist die europaweit einzige ihrer Art die seit 2006 eine EMAS-Zertifizierung der Europäischen Union für Umweltmanagementsysteme besitzt.
 

Vorangegangen war die Überprüfung des Integrierten Managementsystems, das die Bereiche Umwelt, Qualität und Arbeitssicherheit umfasst.

Die erteilten Zertifizierungen gemäß ISO 9001, ISO 14001 und OHSAS 18001 sowie EMAS III bedeuten, dass die Anlage in der Simmeringer Haide den internationalen Standards hinsichtlich Umweltschutz, Ressourcenschonung und ökologischer Nachhaltigkeit entspricht.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Umwelterklärung.

Aktuelle Abgas-Emissionsmesswerte Simmeringer Haide

Altanlage
( Drehrohrofen 1 + 2 / Wirbelschichtofen 1 + 2 + 3 )

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Neuanlage
( Wirbelschichtofen 4 )

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