Fernkälte

Die Nutzung von Abwärme gewinnt zunehmend an Bedeutung und stellt eine Alternative der umweltschonenden Kälteversorgung dar.

Cool bleiben trotz Klimaerwärmung

Fernkälte ist ein Gewinn für die Umwelt, ein Gewinn für Sie und gewährleistet eine zukunftssichere Energieversorgung Ihrer Immobilie.

Grafik über Fernkälte (Gebäudekühlung) in Wien: Versorgung der Kältezentralen Spittelau, Schottenring, TownTown, SMZ Ost und Rudolfstiftung.
Copyright: APA-Auftragsgrafik/Wien Energie
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In zwanzig Jahren wird Europa laut Experten in etwa so viel Kühlenergie wie Heizenergie brauchen. Andererseits soll – Stichwort Klimawandel – der Energieverbrauch sinken. Falls Sie sich jetzt fragen, wie das gehen soll – es gibt eine umweltfreundliche und wirtschaftliche Lösung: Fernkälte.
 


Smarte Technologie von Wien Energie

Wien Energie Kältezentrale Hauptbahnhof Fernkälte Die Ventilatoren auf den Kühltürmen des Rückkühlwerkes beim Arsenal. Hier wird die entzogene Wärme an die Umgebung abgegeben.
Copyright: Wien Energie/Ian Ehm
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Wien geht bereits seit mehreren Jahren neue Wege, um Kühlenergie zu gewinnen. Im Mittelpunkt steht dabei die Abwärme, die beim Verbrennen von Müll und in Kraftwerken entsteht – ein Konzept, das sich bei Fernwärme seit Jahrzehnten bewährt. Bei Fernkälte erzeugen Kältemaschinen z.B. aus Abwärme Kühlenergie.

 

Die bessere Klimaanlage – genau passend für Ihren Standort

Fernkälte von Wien Energie ist besser, als Gebäude auf herkömmliche Art und Weise zu klimatisieren - platzsparend und umweltfreundlich! Mit zwei Lösungen, die sich genau Ihren Bedürfnissen anpassen:

  • Dezentrale Lösung: Hier errichtet Wien Energie eine Kältezentrale direkt beim Kunden.
  • Zentrale Lösung: Dieses Konzept arbeitet mit einer Kältezentrale, die gleich mehrere Kunden über ein Fernkältenetz beliefert.

Fernkälte – umweltfreundlich klimatisieren

Um in Bürogebäuden, Lokalen und Geschäften für ein angenehmes Raumklima zu sorgen, sind Klimaanlagen zu einer Notwendigkeit geworden. Das ist für uns angenehm, aber nicht immer für die Natur. Denn viele Kühlsysteme belasten unsere Umwelt, da sie viel Strom verbrauchen.

Primärenergiefaktor von Fernkälte im Vergleich von Kälteerzeugung mit Strom.
Copyright: Wien Energie
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Die Folge: Es werden mehr fossile Brennstoffe verbraucht und damit entstehen wesentlich höhere Emissionen. (Abb. 1)

Wien Energie setzt deshalb auf eine nachhaltige und umweltfreundliche Kühlmethode: die Fernkälte.
 

 

Fernkälte im Vergleich zu herkömmlicher Kälteerzeugung.
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Sie verbraucht im Vergleich zur herkömmlichen Kälteproduktion viel weniger Primärenergie (Abb. 1) und Strom und erreicht dadurch hohe CO2-Einsparungen (Abb. 2). Die Stadt Wien hat Wien Energie dafür mit dem Umweltpreis ausgezeichnet.
 

Zwei Arten von Fernkälte-Konzepten

Dezentral

Beim dezentralen Fernkälte-Konzept installiert Wien Energie eine Fernkältezentrale direkt im Gebäude des Kunden: im Keller die Kältemaschinen und am Dach die Rückkühler. Über das Fernwärmenetz gelangt Fernwärme zur Absorptionskältemaschine, die die Wärme als Antriebsenergie nutzt.

Diese Konzeption wird dort verfolgt, wo kein Fernkältenetz vorhanden oder in absehbarer Zeit geplant ist. Ein Beispiel für so eine Anlage ging Ende 2013 in der Renngasse - mitten im denkmalgeschützten Innenstadtbereich - in Betrieb.

Zentral

Das zweite Konzept sieht eine Großkältezentrale vor, die die Kunden über ein angeschlossenes Fernkältenetz beliefert. Es wird dann eingesetzt, wenn der Kältebedarf lokal groß genug ist.

Die einzelnen Gebäude, die gekühlt werden, erhalten eine Übergabestation. Diese beinhaltet einen Wärmetauscher inklusive Regelungstechnik und Kältezählung. 

Unsere Standorte

Geriatriezentrum Donaustadt Schottenring
Hauptbahnhof Wien Schwarzenbergplatz
Modegroßcenter Spittelau
Renngasse - Signa TownTown
Rudolfstiftung Wien Süd – SCS
Juchgasse Sozialmedizinisches Zentrum Ost

 

Aus warm mach kalt

Bei der Stromerzeugung und in den Müllverbrennungsanlagen entsteht unweigerlich Wärme als Nebenprodukt. Während der kalten Jahreszeit wird diese mit Hilfe der Kraft-Wärme-Kopplung als Fernwärme genutzt und dient zur Beheizung und Warmwassererzeugung. In der warmen Jahreshälfte wird nicht geheizt, die Abwärme entsteht aber trotzdem. Daher verwendet man diese vorhandene Abwärme für die Fernkälteproduktion.

Wie wird die Fernwärme zur Fernkälte?

So funktioniert Fernkälte.
Copyright: Wien Energie_Pablo Spitzer
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Die Erzeugung der Fernkälte erfolgt zum größten Teil in Absorptionskältemaschinen in den so genannten Kältezentralen. Das Besondere dabei: Anstelle von Strom wird hier die Abwärme für den Antrieb der Maschinen verwendet.
 

Für die Fernkälte benötigt man drei Wasserkreisläufe:

  • Heißwasser aus der Müllverbrennung
  • Kaltwasser, das an die Kunden geliefert wird
  • Kühlwasser

Das Kühlwasser entnimmt Wien Energie zum Beispiel aus der Donau oder von den Kühltürmen. In den Zentralen erzeugen die Absorber das Klimakaltwasser, das zur Kühlung der Gebäude verwendet wird. Ein weiterer Vorteil des Absorptionskälteprozesses ist, dass keine umweltschädlichen Kältemittel (FKW oder HFKW) benötigt werden. So werden auch hier schädliche Treibhausgase eingespart.

Das auf 7 Grad Celsius gekühlte Wasser wird dann in Rohrleitungen zu den Kundinnen und Kunden transportiert. Dort steigt die Wassertemperatur während des Kühlvorgangs auf etwa 16 Grad Celsius an. Das erwärmte Wasser läuft in einem geschlossenen Kreislauf zur Kältezentrale zurück, wo es wiederum abgekühlt wird.

Lange Begriffe kurz erklärt

  • Absorptionskältemaschinen
    Erzeugen Kälte aus Wärme. Als Antriebsenergie wird Wärme anstelle von Strom verwendet. Dadurch können Strom und Treibhausgasemissionen eingespart werden. Bei Wien Energie kommt der überwiegende Anteil der Kälteenergie aus Absorptionskältemaschinen. Diese Technologie wird vorwiegend für die Erzeugung der Grundlast verwendet.
  • Fernkälteleitungen
    Sind gedämmte Stahlrohre oder PE-Rohre, die kaum Verluste aufweisen. Der Transport erfolgt somit hocheffizient.
  • Kompressionskältemaschinen
    Stellen die häufigste Technologie zur Kältegewinnung dar und sind vergleichbar mit dem Kälteerzeugungssystems eines konventionellen Kühlschranks. Sie benötigen Strom als Antriebsenergie. Bei Wien Energie kommt diese Technologie zur Spitzenlastabdeckung des Kältebedarfs unserer Kundinnen und Kunden zum Einsatz.

Die grüne Kälte

Für Fernkälte wird neben Strom Abwärme verwendet, die aus dem Verbrennen von Müll und aus Kraft-Wärme-Kopplungen von Kraftwerken kommt. Gegenüber herkömmlichen Klimaanlagen ist dadurch vier bis zehn Mal weniger Primärenergie nötig. Ebenso viel spart das an CO2. Außerdem ist eine Fernkälte-Großanlage wesentlich effizienter als viele kleine Klimageräte.

Jede Menge Vorteile

  • Fairer Preis: Fernkälte bietet mit seinem Gesamtpaket ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Mehr Platz: Wenn Sie Ihr Gebäude an das Fernkältenetz anschließen, sind weder Kühltürme noch Trafostation und Kältezentrale nötig. Das spart wertvolle Nutzfläche.
  • Saubere Umwelt: Fernkälte verwendet im Absorber Wasser statt schädlichen FKW (vollfluorierte Kohlenwasserstoffe). Das schützt die Ozonschicht.
  • Transparente Kosten: Sie haben kein Kostenrisiko für Wartung, Betriebsführung und Betriebsmittel wie Kältemittel, Öl und Chemikalien.
  • Sichere Versorgung: Parallel einsetzbare Kältemaschinen bieten höchste Versorgungssicherheit.
  • Weniger gebundenes Kapital: Das Investitionsrisiko bei Fernkälte-Projekten trägt zum größten Teil Wien Energie.

Gewusst wie

Über die konkreten Vorteile für Ihr Gebäude oder Bauprojekt informiert Sie unser Fernkälte-Team gerne persönlich.

Ihr persönlicher Ansprechpartner bei Wien Energie.

Für alle Anfragen zum Produkt Fernkälte steht Ihnen Ihr persönlicher Ansprechpartner bei Wien Energie zur Verfügung. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

DI Burkhard Hölzl, Ansprechpartner für Fernkälte.
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DI Burkhard Hölzl
Wärme- und Kälteprojekte
Spittelauer Lände 45
1090 Wien

Tel.: +43 1 4004-89952

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