Fahren mit Erdgas

Ein doppelter Gewinn: Preiswert und gut zur Umwelt.

Naturprodukt Erdgas

Erdgas besteht überwiegend aus Methan. Das heißt: Erdgas hat von allen fossilen Energieträgern den geringsten Kohlenstoff- und den höchsten Wasserstoffgehalt. Beim Verbrennen entsteht dadurch in erster Linie Wasserdampf.

Außerdem fällt kein Feinstaub an, der die Gesundheit schädigt. Verglichen mit Diesel- und Benzin-Fahrzeugen sind Erdgasautos deutlich umweltfreundlicher:

  • Bis zu 85 Prozent weniger Stickoxide, die zur Ozonbildung beitragen.
  • Bis zu 20 Prozent weniger Kohlendioxid.
  • Bis zu 90 Prozent weniger Partikel wie zum Beispiel Feinstaub.

Immer günstig

Vergleich Erdgas zu Diesel und Benzin
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Ein Kilo Erdgas kostet an Österreichs Tankstellen durchschnittlich 1,034 Euro/kg (Stand: November 2014). Andere Treibstoffe sind deutlich teurer.
 

Der Preis für einen Liter Super liegt derzeit bei 1,134 Euro. Für Diesel bezahlen Sie derzeit im Schnitt 1,104 Euro pro Liter. Der Preis eines Erdgasautos entspricht dem eines vergleichbaren Dieselmodells und rechnet sich dank des günstigeren Kraftstoffs rasch.

Erdgas tanken – in ganz Österreich

In Österreich gibt es derzeit 175 öffentliche Erdgas-Tankstellen (Stand März 2015). 19 davon befinden sich in Wien. Einer Reise mit Erdgas durch ganz Österreich steht damit nichts im Wege.

Angeliefert wird der Kraftstoff zu den Tankstellen unterirdisch über das Erdgasleitungsnetz. Der Transport mittels Schwerverkehr entfällt – ein weiteres Plus für die Umwelt.

Einfach, schnell und sicher

CNG-Zeichen.
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Das Betanken eines Erdgas-Fahrzeuges ist so einfach, gefahrenfrei und schnell wie das Tanken von Benzin oder Diesel. Der Füllschlauch wird am Tankanschluss des Fahrzeuges angeschlossen. Erst wenn die Verbindung dicht ist, startet der Tankvorgang. Dadurch kann kein Gas ausströmen.
 

Eine zusätzliche Hebel- oder Druckeinrichtung startet das Betanken. Der Tankvorgang stoppt automatisch, wenn der Tank voll ist. Das noch im Füllschlauch befindliche Erdgas wird automatisch rückgeführt.

Ohne Emissionen oder krebserregende Stoffe

Beim Tanken von Erdgas entstehen – im Gegensatz zu Diesel und Benzin – keine Emissionen durch Verdampfen. Außerdem enthält Erdgas keine krebserregenden Stoffe wie Benzol und Formaldehyd, die in Benzin vorhanden sind.

CNG und LPG

Erdgas als Kraftstoff wird unter dem Kürzel CNG (Compressed Natural Gas) verkauft. CNG wird in Kilogramm gemessen.

Im Gegensatz dazu ist das Flüssiggas LPG (Liquified Petroleum Gas) ein Raffinerieprodukt, das beim Destillieren von Rohöl entsteht. LPG ist anders als das natürliche Erdgas schwerer als Luft, verflüchtigt sich langsamer und ist leichter entzündbar.

Antriebsarten: monovalent und bivalent

Bivalent heißt, dass das Auto wahlweise mit Erdgas und Benzin betrieben werden kann – es verfügt also über einen Erdgas- und einen Benzintank. Beim bivalenten Antrieb können die Kraftstoffe mittels Knopfdruck während der Fahrt gewechselt werden.

Die Zukunft gehört jedoch den monovalenten Fahrzeugen. Diese fahren nur mit Erdgas oder verfügen über einen kleinen Benzintank bis maximal 15 Liter. Durch die Optimierung auf Erdgas werden die Vorteile des Kraftstoffs besser genutzt als im bivalenten Antrieb.

Mit Erdgas betriebener Motor

Der Erdgasmotor ist ein konventioneller Ottomotor. Das heißt: Er funktioniert gleich wie ein mit Benzin betriebener Motor. Den Unterschied macht der verwendete Kraftstoff. Erdgas ist dank seiner Eigenschaften ideal für moderne Motoren.

Erdgastank

Erdgastanks werden zumeist Platz sparend im Fahrzeugboden (unterflur) untergebracht – ohne Verlust an Kofferraum- oder Innenraumvolumen. Die Reichweite ist je nach Modell und Tankvolumen unterschiedlich.

Ein Auto legt mit Erdgas zwischen 200 und 400 Kilometer zurück. Hinzu kommt die Reichweite durch den Benzintank, insgesamt sind bis zu 800 Kilometer möglich. Größere Distanzen sind damit kein Problem.

Bei Flottenfahrzeugen, die vor allem in der Stadt eingesetzt werden, liegt die Tagesfahrleistung deutlich unter der Reichweite einer Erdgastankfüllung. Auf den Benzintank muss deshalb nur in Ausnahmefällen zurückgegriffen werden.

Effizient und leise

Erdgasbetriebene Motoren haben einen besonders hohen Wirkungsgrad. Das bedeutet weniger Verbrauch und Schadstoffe. Und weniger Lärm: Untersuchungen haben gezeigt, dass Erdgasautos im Vergleich zu Dieselfahrzeugen als halb so laut wahrgenommen werden.

Sicherheit

Strenge Richtlinien legen fest, wie die Komponenten des Erdgasantriebs gesichert werden müssen. Dadurch ist sicher, dass Gas nicht in den Innenraum des Fahrzeugs gelangt und die Treibstoffbehälter auch großem Druck standhalten.

Das Erdgas wird in Druckbehältern gespeichert. Diese Erdgastanks werden unter extremen Bedingungen geprüft. Die Tanks bieten auch bei Unfällen oder starker Hitzeeinwirkung einen größeren Schutz vor Kraftstoffaustritt als bei herkömmlichen Fahrzeugen.

Erdgas-Fahrzeugflotten

Die wichtigsten Einsatzgebiete für Erdgasfahrzeuge liegen im Personen- und Güternahverkehr. Besonders sinnvoll ist ihr Einsatz in Fahrzeugflotten – z.B. für Bus- und Taxiunternehmen – und bei Nutzfahrzeugen.

In Wien, Graz, Linz und anderen Städten sind seit 2003 Erdgas-Taxis im Einsatz. Rotes Kreuz, Post, Telekom, Energieversorger, Servicebetriebe, Nahversorger und die öffentliche Hand setzen ebenfalls auf Erdgas als umweltfreundlichen Kraftstoff.

Zukunft Biogas – Wien Energie ist aktiv dabei

Wien Energie beschäftigt sich gemeinsam mit anderen österreichischen Energieversorgern intensiv mit Biogas. Das gemeinsame Biogas-Projekt wurde bei der Verleihung des "Staatspreis für Umwelt und Technik" mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet.

Biogasanlage in Bruck an der Leitha.
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Das Projekt zeigt, dass sich Biogas wirtschaftlich sinnvoll zu Erdgas veredeln lässt. In der Pilotanlage in Bruck/Leitha wird seit Herbst 2007 Biogas auf Erdgasqualität gereinigt und in das Gasnetz eingespeist. In Zukunft soll es auch über öffentliche Tankstellen als Kraftstoff "Bio-CNG" verkauft werden.
 

Meilensteine für den Erfolg des Projektes sind:

  • das Entkoppeln der Produktion agrarischer Energierohstoffe von der Nahrungsmittel-Produktion
  • das Reinigen von Biogas auf Erdgasqualität und
  • das Entwickeln von Erdgasfahrzeugen mit deutlich geringerem Verbrauch und dadurch wesentlich verbesserter Reichweite