Biomassekraftwerk Simmering

Mit dem Wald-Biomassekraftwerk werden 48.000 Haushalte mit Strom und 12.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt.

Wald-Biomassekraftwerk Simmering

Biomasse ist ein erneuerbarer Energieträger, der vor unserer Haustüre nachwächst.

Vom Wald zum Watt

Biomasse in SimmeringCopyright: Wien Energie/Ian EhmZoom
Das Wald-Biomassekraftwerk Simmering verwandelt Hackgut in Energie – ohne die Wälder zu schädigen. Denn Hackgut sind jene Abfälle, die beim Bewirtschaften von Wäldern entstehen. Derzeit deckt feste Biomasse knapp 4 Prozent des jährlichen Strombedarfs in Österreich. Rund 7 Prozent davon kommen aus Simmering.
 

Strom und Wärme aus Holzabfällen

Das Biomassekraftwerk Simmering spart jährlich rund 144.000 Tonnen Kohlendioxid. Möglich macht das der Einsatz einer wirkungsvollen Kraft-Wärme-Kopplung. Durch diese Technik werden gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt und der Brennstoff Holz wird bestmöglich genutzt. Seit 2006 versorgt die Anlage rund 41.000 Wiener Haushalte mit Strom und 17.000 Haushalte mit Fernwärme.

Gemeinsam die Energie der Natur nutzen

Die Wien Energie Bundesforste Biomasse Kraftwerk GmbH & Co KG (WEBBK) hat das Biomassekraftwerk Wien Simmering errichtet und betreibt es. Hauptgesellschafter von WEBBK ist mit zwei Drittel Wien Energie. Der Österreichische Bundesforste AG gehört ein Drittel des Gemeinschaftsunternehmens.

Wien Energie GmbHCopyright: Wien EnergieZoom
2/3 Wien Energie
 

 

Österreichische Bundesforste AGCopyright: Österreichische Bundesforste AGZoom
1/3 ÖBF Beteiligungs GmbH
 

 

Wien Energie Bundesforste Biomasse GmbH und Co KG

Gründung: Mai 2004
Geschäftsführer: DI (FH) Claudia Cernohuby; Ing. Wolfgang Holzer
Prokuristin: Mag. Vera Millner
Baubeginn: November 2004
Vollbetrieb: 20. Oktober 2006
Errichter der Anlage:  Siemens AG Österreich ist als Generalunternehmer Errichter des Biomassekraftwerks. Partner sind Bilfinger&Berger (Errichtung von Gebäude und Infrastruktur) und Foster Wheeler (Dampfkessel).
Gesamtinvestition: 52 Millionen Euro

 

Ein technisches Gustostückerl

Das Waldbiomasse-Kraftwerk Simmering ist besonders umweltfreundlich – ein wesentlicher Grund ist die hochmoderne Technik. Die Feuerungsanlage besteht aus einem Dampfkessel, der 66 Megawatt leistet und einen besonders hohen Anteil des verwendeten Hackguts nützt. Pro Stunde wird die Ladung eines LKWs verbrannt, um aus Waldbiomasse saubere Alternativ-Energie zu gewinnen.

Dampfkessel erzeugt Strom und Fernwärme

Anlagenkonzept BiomassekraftwerkCopyright: Wien EnergieZoom
Der im Dampfkessel entstehende Dampf wird genutzt, um Strom und Fernwärme zu erzeugen. Der Wirkungsgrad der Anlage liegt bei hohen 80 Prozent – rund 12.000 Haushalte werden dadurch mit Fernwärme und rund 48.000 Haushalte mit Strom versorgt.
 

Saubere Rauchgase aus sauberer Biomasse

Der Dampfkessel ist so gestaltet, dass bereits beim Verfeuern des Hackguts nur geringe Mengen an Stickoxiden und Kohlenmonoxid entstehen. Zusätzlich wird in das heiße Rauchgas Ammoniak eingedüst. Gemeinsam mit dem eingebauten Katalysator wandelt diese Technik Stickoxide in unschädlichen Stickstoff und sauberes Wasser um. Danach werden die Rauchgase nochmals gereinigt, bevor sie den Kamin der Anlage verlassen.

Die technischen Daten des Kraftwerks Simmering im Überblick.

Anlage

Höhe Kesseldach: 40 Meter
Höhe Kamin: 120 Meter
durchschnittliche Betriebszeit: 7.500 Volllaststunden/Jahr
Betriebsart: zirkulierende
Wirbelschicht

Input

jährlicher Biomassebedarf:                   rd. 600.000 Schüttraummeter/Jahr
rd. 245.000 Festmeter/Jahr
rd. 190.000 Tonnen/Jahr
stündlicher Biomassebedarf: rd. 75 Schüttraummeter/Stunde
rd. 24 Tonnen/Stunde
Sand: rd 0,4 Tonnen/Stunde
Ammoniak: rd. 3 Kilogramm/Stunde

Output

gereinigtes Rauchgas:                                     rd 105.800 Normkubikmeter trocken/Stunde
Bettasche - Grobfraktion: rd. 30 Kilogramm/Stunde
Bettasche - Feinfraktion: rd. 450 Kilogramm/Stunde
Flugasche: rd. 200 Kilogramm/Stunde

Energiegewinnung

Heizflächen:                               7.680 Quadratmeter
Brennstoffwärmeleistung: max. 66 Megawatt thermisch
zugeführte Wärmemenge: ca. 470 Gigawattstunden/Jahr
Frischdampfdruck: rd. 120 Bar
Frischdampftemperatur: rd. 520 Grad Celsius
Frischdampf: rd. 73 Tonnen/Stunde
Kraft-Wärme-Kopplung:

max. 17,5 Megawatt elektrisch

max. 35 Megawatt thermisch

reine Stromerzeugung: max. 24,5 Megawatt elektrisch
Brennstoffnutzungsgrad: bis zu 80 Prozent