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Kälte aus Wärme: Coole Technologie

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Kälte aus Wärme: Coole Technologie

Fernkälte

Während in den USA und Japan etwa 80 Prozent aller Büroflächen klimatisiert werden, sind es in Europa weniger als 50 Prozent. Das wird sich in den nächsten Jahren ändern, denn der Bedarf an Kühlenergie steigt auch in Europa stark an. Alle Untersuchungen weisen darauf hin, dass auch Österreich, und hier speziell Wien bei dieser Entwicklung keine Ausnahme bilden wird.

Kompressionskältemaschinen, die mit Strom angetrieben werden, sind in der Kälteerzeugung sehr effizient, bringen jedoch das Problem mit sich, dass selbst in einem Wasserkraftland wie Österreich bei steigendem Verbrauch, Strom zusätzlich in kalorischen Kraftwerken erzeugt werden muss, was zu einem höheren Verbrauch an fossilen Brennstoffen führt und damit auch zu wesentlich höheren Emissionen.

Fernkälte: Die umweltfreundliche, innovative Klimatisierung
Die umweltfreundliche Alternative von Wien Energie Fernwärme heißt Fernkälte. Die Erzeugung der Fernkälte erfolgt zum größten Teil in Absorptionskältemaschinen. Anstelle von Strom wird bei Absorptionsmaschinen Wärme für die Erzeugung der Kälte verwendet. Entscheidend für die Umweltfreundlichkeit ist die Herkunft der Wärme, die in Wien aus hocheffizienten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und aus der thermischen Abfallbehandlung stammt.

Es wird also reine Abwärme für die Produktion von Fernkälte genutzt. In diesem Zusammenhang wurde von unterschiedlichen externen Quellen belegt, dass die Anwendung von Abwärme für Absorptionskältemaschinen anstelle von Strom in Kompressoren zu einem zwischen vier- und zehnfach geringeren Verbrauch an fossilen Brennstoffen führt und damit auch zu wesentlich geringeren Emissionen.

Fernkälte in Wien
Eine erste Markterhebung gemeinsam mit Capital Cooling hat ein für die Fernkälte erschließbares Potential von 240 Megawatt an verschiedenen Standorten in Wien ergeben.

Bereits seit 2006 werden sämtliche Gebäude des Stadtentwicklungsgebiets „TownTown" im dritten Wiener Gemeindebezirk mit Fernkälte aus einer eigenen Kältezentrale gekühlt.

Im August 2009 ging die Fernkältezentrale in der Spittelau ans Netz. Rund zehn Mio. EUR wurden investiert. Die Zentrale versorgt das Allgemeine Krankenhaus der Stadt Wien (AKH Wien) sowie das Immobilienprojekt Skyline am Döblinger Gürtel, das Institutsgebäude der Hochschule für Bodenkultur (BOKU) und das Ö3-Gebäude in der Muthgasse mit Fernkälte. Mit einer Kapazität von 17 Megawatt, was umgerechnet einer Kühlleistung von rund 115.000 handelsüblichen Kühlschränken entspricht, ist sie derzeit der größte Produzent von Fernkälte in Wien und bereits zu 80 Prozent ausgelastet. Eine Erweiterung ist geplant.

Zukunftspläne
Die Pläne für die Zukunft sind bereits sehr konkret: Seit Juni 2010 wird auch das Sozialmedinische Zentrum in Wien-Donaustadt (SMZ Ost) mit Fernkälte beliefert, die Verhandlungen mit den ÖBB hinsichtlich einer Versorgung des geplanten Hauptbahnhofs sind bereits abgeschlossen. Als zukünftige Fernkältekunden außerdem im Visier sind die Gebiete rund um TownTown im dritten Wiener Gemeindebezirk, die neuen Büroobjekte auf der sogenannten Donauplatte über der Donauuferautobahn, die Bürohäuser am Wienerberg, weitere Krankenhäuser und das Gebiet entlang des Handelskais. In den nächsten fünf Jahren sind Investionen in der Höhe von 51 Mio. EUR geplant. Bis 2020 will Wien Energie Fernwärme 200 Megawatt Fernkälte installieren.

Fernkälte steht heute dort, wo Fernwärme Anfang der 70er-Jahre war. Angesichts der ökologischen und wirtschaftlichen Vorteile hat Fernkälte eine exzellente Zukunft vor sich und wird in den nächsten zwei Jahrzehnten stark ausgebaut werden.

Weitere Informationen finden Sie außerdem auf unserer Fernwärme-Partner-Plattform.